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S.22.5. Sammlung
1.
So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im
Kloster des Anáthapindika.
2.
Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Ihr Mönche!" -
"Ja, o Herr", antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun
sprach also:
3.
"Entfaltet Sammlung, ihr Mönche! Geistig gesammelt, ihr Mönche, erkennt
der Mönch der Wirklichkeit gemäß.
4.
Was nun erkennt er der Wirklichkeit gemäß? - Der Körperlichkeit Entstehung und
Ende, des Gefühls Entstehung und Ende, der Wahrnehmung Entstehung und Ende, der
Gestaltungen Entstehung und Ende, des Bewußtseins Entstehung und Ende.
5.
Was nun, ihr Mönche, ist der Körperlichkeit Entstehung, des Gefühls Entstehung,
der Wahrnehmung Entstehung, der Gestaltungen Entstehung, des Bewußtseins
Entstehung?
6.
Da, ihr Mönche, ergötzt man sich, heißt es willkommen, ist zugeneigt. Woran
ergötzt man sich, was heißt man willkommen, wem ist man zugeneigt?
7.
An der Körperlichkeit ergötzt man sich, sie heißt man willkommen, ihr ist man
zugeneigt. Dem, der sich an der Körperlichkeit ergötzt, sie willkommen heißt,
ihr zugeneigt ist, entsteht Ergötzen. Was da nun Ergötzen an der Körperlichkeit
ist, das ist das Anhangen (upádána). Durch dieses Anhangen bedingt ist
Dasein; durch Dasein bedingt ist Geburt; durch Geburt bedingt ist Altern und
Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. So kommt es zur
Entstehung dieser ganzen Leidensfülle.
8.-11.
Am Gefühl - an der Wahrnehmung - an den Gestaltungen - am Bewußtsein ergötzt
man sich... (wie oben).
12.
Dies, ihr Mönche, ist der Körperlichkeit Entstehung, des Gefühls Entstehung,
der Wahrnehmung Entstehung, der Gestaltungen Entstehung, des Bewußtseins
Entstehung.
13.
Was nun, ihr Mönche, ist der Körperlichkeit Ende, des Gefühls Ende, der
Wahrnehmung Ende, der Gestaltungen Ende, des Bewußtseins Ende?
14.
Da ergötzt man sich nicht an der Körperlichkeit, heißt sie nicht willkommen,
ist ihr nicht zugeneigt. Dem, der sich nicht an der Körperlichkeit ergötzt, sie
nicht willkommen heißt, ihr nicht zugeneigt ist: was da Ergötzen an der
Körperlichkeit ist, das kommt zur Aufhebung. Durch Aufhebung des Ergötzens
kommt es zur Aufhebung des Daseins, durch Aufhebung des Daseins kommt es zur
Aufhebung der Geburt, durch Aufhebung der Geburt kommt es zur Aufhebung von
Altern und Sterben, von Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. So
kommt es zur Aufhebung dieser ganzen Leidensfülle.
15.-18.
Da ergötzt man sich nicht am Gefühl - an der Wahrnehmung - an den Gestaltungen
- am Bewußtsein... (wie oben).
19.
Dies, ihr Mönche, ist der Körperlichkeit Ende, des Gefühls Ende, der
Wahrnehmung Ende, der Gestaltungen Ende, des Bewußtseins Ende."
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