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Samyutta Nikáya

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  • 22. Khandha-Samyutta - Die Daseinsgruppen
      • S.22.76-77. Die Heiligen I/II
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S.22.76-77. Die Heiligen I/II

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im Kloster des Anáthapindika.

 

2. Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Ihr Mönche!" - "Ja, o Herr", antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun sprach also:

 

3.-7. "Die Körperlichkeit - das Gefühl -die Wahrnehmung - die Gestaltungen - das Bewußtsein sind vergänglich. Was vergänglich ist, das ist leidvoll. Was leidvoll ist, das ist Nicht-Ich. Was Nich-Ich ist, davon gilt: 'Dies ist nicht mein, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst!' So hat man dies der Wirklichkeit gemäß mit rechter Weisheit zu verstehen.

 

8. So erkennend, ihr Mönche, wendet sich der erfahrene, edle Jünger ab von der Körperlichkeit, er wendet sich ab vom Gefühl, er wendet sich ab von der Wahrnehmung, er wendet sich ab von den Gestaltungen, er wendet sich ab vom Bewußtsein. Abgewandt wird er entsüchtet. Durch die Entsüchtung wird er befreit. Im Befreiten ist die Erkenntnis: 'Befreit bin ich. Versiegt ist die Geburt, vollendet der Heilige Wandel, getan das Werk, nichts Weiteres nach diesem hier' - so erkennt er."

 

9. "Soweit die Wesensbereiche gehen, bis hinauf zum Gipfel des Daseins - die Heiligen sind die Höchsten, sind die ersten in der Welt."

 

10. So sprach der Erhabene. Und nachdem der Gesegnete so geredet hatte, sprach der Meister noch dieses:

 

11.

"Heilige, fürwahr, sind glücklich! Von allem Dürsten sind sie frei.

Zerstört ist jeder Dünkel des 'Ich bin', zerschnitten ward das Netz des Wahns.

Reglose Stille haben sie erreicht, ihr Herz wird nimmermehr verstört.

Die Welt kann nicht mehr sie beflecken, heilig geworden, sind sie triebbefreit.

Die Gruppen fünffach sind verstanden, und Tugend siebenfach *f123) ist ihr Gebiet.

Preiswürdig, wahrlich, sind solch' Wesen, ureigene Söhne sind sie des Erwachten.

Sieben Juwelen *f124) zieren sie, in Übung dreifach *f125) gutgeschult.

Als hehre Helden ziehen sie dahin, die ohne Furcht und Zagen sind.

Zehn Eigenschaften *f126) nennen sie ihr eigen, die hohen Wesen mit geeintem Geist.

Die Ersten sind sie in der Welt, von allem Dürsten sind sie frei.

'Der letzte Leib ist dies' solch kampf-enthobenes *f127) Wissen stieg herauf.

In diesem Kern des Heiligen Wandels sind eigene Stütze sie sich selbst *f128).

Vielfacher Dünkel *f129) kann sie nicht erschüttern,

vom Wiedersein sind gänzlich sie befreit.

Der Selbstbezähmten Stätte haben sie errungen. sie sind die wahren Sieger in der Welt.

Nach keiner Richtung *f130) hegen sie Ergötzen. Ihr Löwenruf erschallt:

'Erwachte sind die Höchsten in der Welt. "'

 

 




*f123) satta saddhammá, 'die sieben guten Eigenschaften'; diese sind laut M 53: Vertrauen, Scham, Gewissensscheu, Wissensreichtum, Willenskraft, Achtsamkeit, Weisheit.



*f124) Lt. Komm. sind dies die sieben Glieder der Erleuchtung.



*f125) Dreifache Übung: in hoher Sittlichkeit, hoher Geistigkeit (d.i. Sammlung) und hoher Weisheit (adhi-síla-, adhi-citta-, adhi-paññá-sikkhá).



*f126) Die zehn Eigenschaften eines Schulungsledigen (asekha), d.i. eines Heiligen; nämlich die ihm eigenen überweltlichen (lokuttara) acht Pfadglieder sowie überweltliches rechtes Wissen und rechte Befreiung; siehe A X 112.



*f127) "kampf-enthobenes Wissen" (asekha-ñána); d.i. Wissen des 'schulungsledigen Heiligen'.



*f128) aparapaccayá, wörtl.: nicht von anderen abhängig; Komm.: In dieser Frucht der Heiligkeit (ariya-phala) verlassen sie sich nicht auf andere; sie verweilen vielmehr in diesem Zustand, nachdem sie ihn in ihrem eigenen Erleben durchdrungen haben.



*f129) vidhá; s. Anm. zu 18.22.3.



*f130) Wörtl.: 'nicht oben, quer und unten'.






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