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Samyutta Nikáya

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  • 22. Khandha-Samyutta - Die Daseinsgruppen
      • S.22.101. Der Beilgriff
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S.22.101. Der Beilgriff

(Nr. 5-21 auch in A VII 67; zu Nr 7ff: M 16 u. 53; Nr. 20/21: Gleichnis in S 45 158.)

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sávatthí, im Jeta-Hain, im Kloster des Anáthapindika.

 

2. Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Ihr Mönche!" - "Ja, o Herr", antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun sprach also:

 

3. "Dem Verstehenden, ihr Mönche, dem Erkennenden, spreche ich die Versiegung der Triebe zu, nicht dem Verständnislosen, Erkenntnislosen.

 

4. Was nun verstehend, ihr Mönche, was erkennend, kommt es zur Versiegung der Triebe? 'So ist die Körperlichkeit, so ist das Entstehen der Körperlichkeit, so ist das Vergehen der Körperlichkeit. So ist das Gefühl, so ist das Entstehen des Gefühls, so ist das Vergehen des Gefühls. So ist die Wahrnehmung, so ist das Entstehen der Wahrnehmung, so ist das Vergehen der Wahrnehmung. So sind die Gestaltungen, so ist das Entstehen der Gestaltungen, so ist das Vergehen der Gestaltungen. So ist das Bewußtsein, so ist das Entstehen des Bewußtseins, so ist das Vergehen des Bewußtseins.' So verstehend, ihr Mönche, so erkennend, kommt es zur Versiegung der Triebe.

 

5. Einem Mönch, der sich nicht hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet, mag da vielleicht, ihr Mönche, solcher Wunsch aufsteigen: 'O daß doch mein Geist ohne Haften befreit würde von den Trieben!' Doch nicht wird sein Geist ohne Haften befreit von den Trieben.

 

6. Und warum nicht? 'Weil er seinen Geist nicht entfaltet hat', wäre da zu antworten. Und worin hat er ihn nicht entfaltet? Er hat ihn nicht entfaltet in den vier Grundlagen der Achtsamkeit, in den vier Rechten Kämpfen, in den vier Macht-Fährten, in den fünf Fähigkeiten, in den fünf Kräften, in den sieben Gliedern der Erleuchtung, im Edlen Achtfachen Pfad.

 

7. Wie wenn da, ihr Mönche, acht oder zehn oder zwölf Hühnereier sind. Die wären von der Henne nicht gut bebrütet, nicht völlig ausgebrütet, nicht völlig zur Entwicklung gebracht.

 

8. Es würde da nun jener Henne solcher Wunsch aufsteigen: 'O daß doch meine Küchlein mit den Krallen oder dem Schnabel die Eischale durchstoßen und heil durchbrechen würden!' Doch jene Küchlein sind eben unfähig, mit Krallen und Schnabel die Eischale zu durchstoßen und heil durchzubrechen.

 

9. Und warum? Jene acht oder zehn oder zwölf Eier waren von der Henne nicht gut bebrütet, nicht völlig ausgebrütet, nicht völlig zur Entwicklung gebracht worden.

 

10. Ebenso auch, ihr Mönche, mag da vielleicht einem Mönch, der sich nicht hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet, der Wunsch aufsteigen: 'O daß doch mein Geist ohne Haften befreit würde von den Trieben!' Doch nicht wird sein Geist ohne Haften befreit von den Trieben.

 

11. Und warum nicht? 'Weil er seinen Geist nicht entfaltet hat', wäre zu antworten. Und worin hat er ihn nicht entfaltet? Er hat ihn nicht entfaltet in den vier Grundlagen der Achtsamkeit...

 

12. Einem Mönch aber, der sich hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet - auch wenn ihm nicht solcher Wunsch aufsteigt: 'O daß doch mein Geist ohne Haften befreit würde von den Trieben!', so wird eben doch sein Geist ohne Haften befreit von den Trieben.

 

13. Und warum? 'Weil er seinen Geist entfaltet hat', wäre zu antworten. Und worin hat er ihn entfaltet? Er hat ihn entfaltet in den vier Grundlagen der Achtsamkeit, den vier Rechten Kämpfen, den vier Macht-Fährten, den fünf Fähigkeiten, den fünf Kräften, den sieben Gliedern der Erleuchtung und im Edlen Achtfachen Pfad.

 

14. Wie wenn da, ihr Mönche, acht oder zehn oder zwölf Hühnereier wären. Die wären von der Henne gut bebrütet, völlig ausgebrütet, völlig zur Entwicklung gebracht worden. Auch wenn jener Henne nicht solcher Wunsch aufsteigt: 'O daß doch meine Küchlein mit den Krallen oder dem Schnabel die Eischale durchstoßen und heil durchbrechen würden', fähig wären eben jene Küchlein, mit den Krallen oder dem Schnabel die Eischale zu durchstoßen und heil durchzubrechen.

 

15. Und warum? Jene acht oder zehn oder zwölf Eier waren von der Henne eben gut bebrütet, völlig ausgebrütet, völlig zur Entwicklung gebracht worden.

 

16. Ebenso auch, ihr Mönche: Selbst wenn einem Mönch, der sich hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet, nicht solcher Wunsch aufsteigt: 'O daß doch mein Geist ohne Haften befreit würde von den Trieben', so wird eben doch sein Geist ohne Haften befreit von den Trieben.

 

17. Und warum? 'Weil er seinen Geist entfaltet hat', wäre zu antworten. Und worin hat er ihn entfaltet? Er hat ihn entfaltet in den vier Grundlagen der Achtsamkeit...

 

18. Wie wenn da, ihr Mönche, beim Beilgriff eines Zimmermanns oder Zimmermannsgesellen (durch Abnutzung) sich Fingerabdrücke, Daumenabdrücke zeigen; nicht weiß jener: 'Soviel wurde heute abgenutzt, soviel gestern, soviel vorgestern.' Er weiß eben nur Abgenutztes als abgenutzt.

 

19. Ebenso auch, ihr Mönche, weiß nicht etwa ein Mönch, der sich hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet: 'Soviel ist heute von den Trieben geschwunden, soviel gestern, soviel vorgestern.' Er weiß eben nur Geschwundenes als geschwunden.

 

20. Es ist, ihr Mönche, wie mit einem durch Stricke zusammengehaltenen Ozean-Boot *f203), das man, nachdem es sechs Monate auf dem Wasser umhergeschlagen wurde, aufs Land gezogen hat. Da würden die dem Wind und der Sonnenglut ausgesetzten, von Regengüssen durchnäßten Stricke ganz leicht sich lösen und abfaulen.

 

21. Ebenso auch, ihr Mönche, ist es mit einem Mönch, der sich hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet: ganz leicht lösen sich die Fesseln und faulen ab."

 




*f203) Vielleicht ist dabei an die Auslegerboote zu denken, wie sie noch heute z.B. auf Ceylon üblich sind. Bei diesen befindet sich auf dem aus einem ausgehöhlten Baumstamm bestehenden Bootsrumpf eine Brüstung, die mit dem Rumpf durch Stricke verbunden ist.






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