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S.35.97 Lässig weilen
Das
hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sávatthi, im Siegerwalde,
im Garten Anáthapindikos. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche:
"Ihr Mönche" "Erlauchter", antworteten da jene Mönche dem
Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:
"Wie
man lässig lebt, ihr Mönche, will ich euch zeigen, und wie man nicht lässig
lebt. Das höret und achtet wohl auf meine Rede. Wie nun, ihr Mönche, lebt man
lässig? Hat man, ihr Mönche, den Sinn des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens,
Tastens, Denkens nicht gezügelt, dann wird das Herz bei den durch das Auge, das
Ohr, die Nase, die Zunge, den Körper, den Geist ins Bewußtsein tretenden
Formen, Tönen, Düften, Säften, Gegenständen und Dingen ausgetrocknet. Ist das
Herz trocken, dann hat es keine Freude. Ist da keine Freude, dann ist es nicht
entzückt. Ist da kein Entzücken, dann ist da keine Gestilltheit. Ist da keine
Gestilltheit, dann verweilt er in Leiden. Dem Leidenden einigt sich das Herz
nicht. Ist das Herz nicht geeinigt, kommen die Dinge nicht zum Vorschein.
Kommen die Dinge nicht zum Vorschein, so lebt man lässig - wie es bezeichnet
wird.
Wie
aber, ihr Mönche, lebt man nicht lässig? Hat man, ihr Mönche, die Sinne
gezügelt, dann wird das Herz bei dem ins Bewußtsein Tretenden n i c h t
ausgetrocknet. Ist das Herz nicht trocken, dann gebiert es Freude. Dem
Freudigen gebiert sich Entzücken. Entzückten Geistes wird der Leib lind. Lind
im Leibe fühlt man sich wohl. Sich wohl fühlend, wird das Herz einig. Einigen
Herzens kommen die Dinge zum Vorschein. Kommen die Dinge zum Vorschein, so lebt
man nicht lässig - wie es bezeichnet wird. So, ihr Mönche, lebt man nicht
lässig.".
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