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S.35.120 Sáriputto
Zu
einer Zeit weilte der Ehrwürdige Sáriputto bei Sávatthi, im Siegerwalde, im
Garten Anáthapindikos. Dort nun begab sich ein gewisser Mönch zum Ehrwürdigen
Sáriputto, begrüßte ihn ehrfurchtsvoll und setzte sich zur Seite nieder. Zur
Seite sitzend, sprach nun dieser Mönch zum Ehrwürdigen Sáriputto also:
"Mein Zellengenosse als Mönch, Bruder Sáriputto, hat die Übung aufgegeben
und hat sich wieder dem gewöhnlichen Leben zugewandt".
"So
ist es eben, Bruder, bei einem, der die Sinne nicht gezügelt hat, beim Essen
nicht Maß zu halten weiß, sich nicht der Wachsamkeit weiht. Daß einer, der die
Sinne nicht gezügelt hat, beim Essen nicht Maß zu halten weiß, sich nicht der
Wachsamkeit weiht, zeitlebens den Brahma-Wandel vollkommen erfüllen, vollkommen
geläutert leben wird: der Fall findet sich nicht. Daß aber ein Mönch, der die
Sinne gezügelt hat, beim Essen Maß zu halten weiß, der Wachsamkeit sich weiht,
zeitlebens den Brahma-Wandel vollkommen erfüllen, vollkommen geläutert leben
wird: der Fall findet sich.
Und
wie, Bruder, zügelt er die Sinne? Hat da der Mönch mit dem Auge eine Form
gesehen, so greift er nicht nach den Vorstellungen und greift nicht nach den
Assoziationen. Da Begierde und Mißmut, böse, unheilsame Dinge gar bald den
überwältigen, der die Sehfähigkeit nicht bewacht, befleißigt er sich dieser
Bewachung, er hütet die Sehfähigkeit, er wacht eifrig über die Sehfähigkeit.
Und ebenso mit den anderen Sinnen. So, Bruder, zügelt er die Sinne.
Und
wie, Bruder, weiß er beim Essen Maß zu halten? Da, Bruder, nimmt der Mönch
gründlich besonnen die Nahrung ein: Nicht zur Letzung und nicht zur Ergetzung,
nicht zur Schmuckheit und Zier, sondern eben nur, um diesen Leib zu erhalten,
zu fristen, um Schaden zu verhüten, den Brahma-Wandel zu führen. So werd ich das
frühere Gefühl abtöten und ein neues nicht aufkommen lassen, und ich werde ein
Fortkommen haben, ohne Tadel bestehn, mich wohl befinden. So, Bruder, weiß er
beim Essen Maß zu halten.
Wie
aber, Bruder, weiht er sich der Wachsamkeit? Da läutert der Mönch, bei Tage
gehend und sitzend, das Herz von hemmenden Dingen; läutert in den ersten
Stunden der Nacht, gehend und sitzend, das Herz vor hemmenden Dingen; legt sich
in den mittleren Stunden der Nacht auf die rechte Seite wie der Löwe hin, einen
Fuß über dem andern, achtsam und klar bewußt, der Zeit des Aufstehns gedenkend;
läutert in den letzten Stunden der Nacht, wieder aufgestanden, gehend und
sitzend, das Herz von hemmenden Dingen. So, Bruder, weiht er sich der
Wachsamkeit.
Darum,
Bruder, hat man sich so zu üben: 'Bei den Sinnen werden wir gezügelt sein, beim
Essen werden wir Maß halten, der Wachsamkeit werden wir uns weihen'. So,
Bruder, sollt ihr euch üben".
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