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S.35.198 Erfreut
"Mit
drei Dingen ausgestattet, ihr Mönche, verweilt ein Mönch schon zu Lebzeiten in
einer Fülle von Wohl und Frohsinn, und er hat den Ausgangspunkt zur
Triebversiegung. Welche drei? Er wacht über die Tore der Sinne, weiß Maß zu
halten beim Essen, ist der Wachsamkeit angejocht.
Und
wie, ihr Mönche, wacht ein Mönch über die Tore der Sinne? Hat da, ihr Mönche,
ein Mönch mit dem Auge eine Form erblickt, mit dem Ohr einen Ton gehört, mit
der Nase einen Duft gerochen, mit der Zunge einen Saft geschmeckt, mit dem
Körper einen Gegenstand getastet, mit dem Geist ein Ding gedacht, dann greift
er nicht nach den Vorstellungen, greift nicht noch den Assoziationen. Da
Begierde und Mißmut, böse, unheilsame Dinge, gar bald den überwältigen, der die
Sinne nicht bewacht, so befleißigt er sich dieser Bewachung, er hütet die
Sinne, er wacht eifrig über die Sinne.
Gleichwie,
ihr Mönche, wenn da auf gutem Boden, an der Kreuzung vierer Straßen, ein
treffliches Wagengespann in Bereitschaft stünde mit dem dazugehörigen
Treibstock versehen, und diesen Wagen bestiege ein Meister der Fahrkunst, ein
gewandter Rosselenker, nähme die Zügel in die Linke, den Treibstock in die
Rechte und führe nach Wunsch und Willen hin und her, ebenso nun auch, ihr
Mönche, übt sich ein Mönch in der Bewachung dieser sechs Sinne, übt sich in
Zurückhaltung, übt sich in Bezähmung, übt sich in Beruhigung. So nun, ihr
Mönche, hat ein Mönch die Sinne gezügelt.
Und,
wie, ihr Mönche, hält ein Mönch Maß beim Essen? Da nimmt der Mönch gründlich
besonnen die Nahrung ein: Nicht zur Letzung, nicht zur Ergetzung; nicht zur
Schmuckheit und Zier, sondern eben nur, um diesen Leib zu erhalten, zu fristen,
um Schaden zu verhüten, den Brahma-Wandel zu fuhren: 'So werde ich das frühere
Gefühl abtöten und ein neues nicht aufkommen lassen, werde ein Auskommen haben,
ohne Tadel bestehen, mich wohlbefinden'.
Gleichwie,
ihr Mönche, ein Mann eine Wunde einsalben würde, damit sie heilen kann, oder
gleichwie er die Achse eines Rades schmieren würde, damit Lasten befördert
werden können, ebenso nun auch, ihr Mönche, nimmt der Mönch gründlich besonnen
die Nahrung ein. So nun, ihr Mönche, hält ein Mönch beim Essen Maß.
Und
wie nun, ihr Mönche, ist der Mönch an die Wachsamkeit angejocht? Da läutert,
ihr Mönche, ein Mönch, bei Tage gehend und sitzend, das Herz von hinderlichen
Eigenschaften; läutert in den ersten Stunden der Nacht, gehend und sitzend, das
Herz von hinderlichen Eigenschaften; legt sich in den mittleren Stunden der
Nacht auf die rechte Seite wie der Löwe hin, einen Fuß über dem anderen,
achtsam, klar bewußt, der Zeit des Aufstehens gedenkend; läutert in den letzten
Stunden der Nacht, wieder aufgestanden, gehend und sitzend, das Herz von
hinderlichen Eigenschaften. So nun, ihr Mönche, ist ein Mönch an die
Wachsamkeit angejocht.
Ist
ein Mönch, ihr Mönche, mit diesen drei Dingen ausgestattet, so verweilt er
schon zu Lebzeiten in einer Fülle von Wohl und Frohsinn, und er hat den
Ausgangspunkt zur Triebversiegung".
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