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S.45.139.-148. Ernst
In
Sávatthi.
(139)
Wie von allen Wesen, ihr Mönche, von Fußlosen, Zweifüßern, Vierfüßern,
Vielfüßern, formhaften und formlosen, wahrnehmenden, nicht wahrnehmenden,
weder-eigentlich-wahrnehmenden-noch-nicht-wahrnehmenden, der Vollendete als der
Beste gilt, der Heilige, Vollkommen Erwachte,
(140)
wie, ihr Mönche, die Spuren aller fußbegabten Wesen in der Elefantenspur Platz
finden, wie die Elefantenspur unter ihnen hinsichtllch der Größe als
vorzüglichste gilt,
(141)
wie, ihr Mönche, an einem Giebelhause sämtliche Dachsparren zum Giebel neigen,
sich zum Giebel hin beugen, zum Giebel sich senken und der Giebel als ihr
Höhepunkt gilt,
(142-144)
wie, ihr Mönche, unter allen Wurzeldüften der Schwarzsandel, unter allen
Holzdüften der Rotsandel, unter allen Blumendüften der Jasmin als bester gilt,
(145)
wie, ihr Mönche, alle die kleinen Könige sich nach dem Weltherrscher richten
und dieser für sie als der Höchste gilt,
(146)
wie, ihr Mönche, das Licht keines der Sternbilder auch nur ein Sechzehntel des Mondlichts
ausmacht,
(147)
wie, ihr Mönche, zur Herbstzeit am klaren wolkenlosen Himmel die Sonne die
Lüfte durcheilend, das den ganzen Himmelsraum erfüllende Dunkel zerteilt und
glüht und leuchtet und strahlt,
(148)
wie, ihr Mönche, unter allen gewebten Tüchern die Benares-Seide als beste gilt,
ebenso
nun auch, ihr Mönche, haben alle heilsamen Dinge den Ernst zur Wurzel, den
Ernst zum Ausgangspunkt. Der Ernst gilt unter diesen Dingen als das beste.
Vom
ernsthaften Mönch, ihr Mönche, ist zu erwarten, daß er den edlen achtfältigen
Pfad entfaltet und ausbildet. Und wie? Er entfaltet rechte Erkenntnis bis
rechte Einigung, gestützt auf Einsamkeit, gestützt auf Entreizung, gestützt auf
Auflösung, die in Loslassen übergehen. Oder er entfaltet rechte Erkenntnis bis
rechte Einigung, die die Wegführung von Reiz, Abwehr und Verblendung zum
Endziel haben oder die ins Todlose eintauchen, dazu übergehen, es zum Endziel
haben, oder die zum Nirvána sich neigen, beugen, senken.
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