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S.45.160. Der Fluß
In
Sávatthi.
"Gleichwie,
ihr Mönche, der Gangesfluß nach Osten sich neigt, nach Osten sich beugt, nach
Osten sich senkt, und es käme eine graße Menge von Leuten mit Schaufel und Korb
und spräche: 'Wir wollen diesen Gangesfluß, der nach Osten geneigt, nach Osten
gebeugt, nach Osten gesenkt, nach Westen geneigt, nach Westen gebeugt, nach
Westen gesenkt machen' - was denkt ihr da, ihr Mönche, könnte nun wohl die
große Menge von Leuten den Ganges nach Westen geneigt, nach Westen gebeugt,
nach Westen gesenkt machen?"
"Gewiß
nicht, o Herr". "Und warum nicht?"
"Der
Gangesfluß, o Herr, ist nach Osten geneigt, nach Osten gebeugt, nach Osten
gesenkt. So ist es nicht wohl zu machen, daß er nach Westen sich neigt, nach
Westen sich beugt, nach Westen sind senkt - so viel auch die große Menge von
Leuten sich abplagt und quält".
"Ebenso
nun auch, ihr Mönche, wenn da ein Mönch den edlen achtfältigen Pfad entfaltet
und ausbildet, und es kämen eines Königs königliche Minister oder Freunde,
Gefährten, Verwandte und Blutsverwandte, böten ihm Schätze an: 'Komm, lieber
Mann, was soll dich dies fahle Gewand belästigen? Was gehst du dahin mit kahlem
Kopf und Almosenschale? Kehre zum gewöhnlichen Leben zurück, genieße seine
Genüsse und wirke Verdienst!' Daß dieser Mönch, der so den edlen achtfältigen
Pfad entfaltet und ausbildet, die Übung aufgeben und zum gewöhnlichen Leben
zurückkehren würde, ein solcher Fall findet sich nicht. Und warum? Daß ein
Herz, das lange Zeit zur Einsamkeit geneigt, zur Einsamkeit gebeugt, zur
Einsamkeit gesenkt war, zum gewöhnlichen Leben zurückkehren könnte, ein solcher
Fall findet sich nicht. Und wie, ihr Mönche, entfaltet der Mönch den edlen
achtfältigen Pfad und bildet ihn aus? Da entfaltet der Mönch, ihr Mönche,
rechte Erkenntnis bis rechte Einigung, gestützt auf Einsamkeit, gestützt auf
Entreizung, gestützt auf Auflösung, die in Loslassen übergehen".
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