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Samyutta Nikáya IntraText CT - Text |
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S.12.64. Ist Begierde vorhanden
Die beiden Gleichnisse in 8 und 17 beziehen sich nach dem Komm. (II. 146.10, 147.6) wieder darauf, daß jede Daseinsform durch die samkhárá, durch das Kamma, bedingt und bewirkt ist. In dem ersten Gleichnis wird das Kamma in dem Maler mit seinen Farben dargestellt. Die Holztafel, die Wand, das Stück Stoff (dussapatta) repräsentieren die Welt in ihren drei Stufen als Welt der Sinnlichkeit, der Form und der Formlosigkeit (vgl. Kirfel, Kosmographie der Inder, S. 207). Wie der Künstler nun auf Tafel, Wand oder Stoff ein Bildnis malt, so bringt das Kamma in der Welt eine Existenz hervor. Ob diese Existenz glücklich oder leidvoll wird, richtet sich ganz ebenso nach dem Charakter des Kamma, wie die Schönheit oder Häßlichkeit des Bildnisses von der größeren oder geringeren Kunstfertigkeit des Malers abhängt. - In dem zweiten Gleichnis sollen die Sonnenstrahlen das Kamma sein, das in der Welt - man beachte wieder die Dreizahl: Westwand des Hauses, Erdboden, Wasser - die Existenz hervorruft. Weiter scheint aber dann der Gedanke der zu sein, daß die Existenz des Erlösten, des khínásava, "bei dem die weltlichen Einflüsse vernichtet sind, sich im Nichts verliert gleich den Sonnenstrahlen, wenn sie nicht auf irgend etwas auftreffen, irgendwo einen Halt oder Widerstand (patitthá) finden.
1 Ort der Begebenheit: Sávatthí.
2. "Diese vier Nahrungsstoffe, ihr Bhikkhus, dienen den Wesen, die (schon) geboren sind, zur Erhaltung, oder den Wesen, die nach Wiedergeburt suchen, zur Förderung.
3. Welche vier? Die eßbare Speise, grobe oder feine; die Berührung ist der zweite; die Denktätigkeit des Geistes ist der dritte; das Bewußtsein ist der vierte. Das also sind, ihr Bhikkhus, die vier Nahrungsstoffe, für die Wesen; die (schon) geboren sind, zur Erhaltung, und für die Wesen, die nach Wiedergeburt suchen, zur Förderung.
4. Wenn nach dem Nahrungsstoff eßbare Speise, ihr Bhikkhus, Begierde vorhanden ist, wenn Freude daran vorhanden ist, wenn Durst danach vorhanden ist, da hat das Bewußtsein einen Halt gefunden und ist zu Wachstum gekommen *f187). Wo das Bewußtsein einen Halt gefunden hat und zu Wachstum gekommen ist, da tritt Name und Form in die Erscheinung *f188). Wo Name und Form in die Erscheinung tritt, da findet Mehrung der Gestaltungen statt. Wo Mehrung der Gestaltungen stattfindet, da tritt künftighin Wiedergeburt und Neuerstehung ein. Wo künftighin Wiedergeburt und Neuerstehung eintritt, da gibt es künftighin Geburt, Alter und Tod. Wo künftighin Geburt, Alter und Tod sind, das, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist mit Schmerz verbunden, mit Angst verbunden, mit Verzweiflung verbunden.
5. Wenn nach dem Nahrungsstoff Berührung, ihr Bhikkhus, Begierde vorhanden ist, usw. usw. (= 4) . . .
6. Wenn nach dem Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes, ihr Bhikkhus, Begierde vorhanden ist, usw. usw. (= 4) . . .
7. Wenn nach dem Nahrungsstoff Bewußtsein, ihr Bhikhkus, Begierde vorhanden ist, wenn Freude daran vorhanden ist, wenn Durst danach vorhanden ist, da hat das Bewußtsein einen Halt gefunden und ist zu Wachstum gekommen. Wo das Bewußtsein einen Halt gefunden hat und zu Wachstum gekommen ist, da tritt Name und Form in die Erscheinung. Wo Name und Form in die Erscheinung tritt, da findet Mehrung der Gestaltungen statt. Wo Mehrung der Gestaltungen statt findet, da tritt künftighin Wiedergeburt und Neuerstehung ein. Wo künftighin Wiedergeburt und Neuerstehung eintritt, da gibt es künftighin Geburt, Alter und Tod. Wo künftighin Geburt, Alter und Tod sind, das, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist mit Schmerz verbunden, mit Angst verbunden, mit Verzweiflung verbunden.
8. Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn da ein Färber oder ein Maler, wenn Farbstoff oder Lack vorhanden ist, Gelbwurz oder Indigo oder Krapp, (und wenn) eine wohl geglättete Tafel oder Mauer oder ein Stück Zeug (vorhanden ist), die Gestalt einer Frau oder die Gestalt eines Mannes abbildete mit allen Haupt- und Nebengliedern:
9. Ganz ebenso hat, ihr Bhikkhus, wenn nach dem Nahrungsstoff eßbare Speise Begierde vorhanden ist, wenn Freude daran vorhanden ist, wenn Durst darnach vorhanden ist, das Bewußtsein da einen Halt gefunden und ist zu Wachtum gekommen. Wo das Bewußtsein einen Halt gefunden hat und zu Wachstum gekommen ist, da tritt Name und Form in die Erscheinung. Wo Name und Form in die Erscheinung tritt, da findet Mehrung der Gestaltungen statt. Wo Mehrung der Gestaltungen statt findet, da tritt künftighin Wiedergeburt und Neuerstehung ein. Wo künftighin Wiedergeburt und Neuerstehung eintritt, da gibt es künftighin Geburt, Alter und Tod. Wo künftighin Geburt, Alter und Tod sind, das, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist mit Schmerz verbunden, mit Angst verbunden, mit Verzweiflung verbunden.
10. Wenn nach dem Nahrungsstoff Berührung, ihr Bhikkhus, Begierde vorhanden ist, usw. usw (= 4) . . . 11. Wenn nach dem Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes, ihr Bhikkhus, Begierde vorhanden ist, usw. usw. (= 4) . . .
12. Wenn nach dem Nahrungsstoff Bewußtsein, ihr Bhikkhus, Begierde vorhanden ist, wenn Freude daran vorhanden ist, wenn Durst danach vorhanden ist, da hat das Bewußtsein einen Halt gefunden und ist zu Wachstum gekommen. Wo das Bewußtsein einen Halt gefunden hat und zu Wachstum gekommen ist, da tritt Name und Form in die Erscheinung. Wo Name und Form in die Erscheinung tritt, da findet Mehrung der Gestaltungen statt. Wo Mehrung der Gestaltungen statt findet, da tritt künftighin Wiedergeburt und Neuerstehung ein. Wo künftighin Wiedergeburt und Neuerstehung eintritt, da gibt es künftighin Geburt, Alter und Tod. Wo künftighin Geburt, Alter und Tod sind, das, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist mit Schmerz verbunden, mit Angst verbunden, mit Verzweiflung verbunden.
17. Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn da ein Haus stünde oder eine Halle *f189), und es wären da auf der Nordseite oder auf der Südseite oder auf der Ostseite Fenster, und es dränge bei Aufgang der Sonne durchs Fenster ein Strahl hinein, wo fände der einen Halt?" - "An derwestlichen Wand, Herr!"
18. "Wenn aber, ihr Bhikkhus, keine westliche Wand da wäre, wo fände er dann einen Halt?" - "Auf dem Erdboden, Herr!"
19. "Wenn aber, ihr Bhikkhus, kein Erdboden da wäre, wo fände er dann einen Halt?" - "Im Wasser, Herr!"
20. "Wenn aber, ihr Bhikkhus, kein Wasser da wäre, wo fände er dann einen Halt?" - "Er fände überhaupt keinen Halt, Herr!"
21-24. "Ganz ebenso, ihr Bhikkhus, wenn nach dem Nahrungsstoff eßbare Speise keine Begierde vorhanden ist, wenn keine Freude daran vorhanden ist, wenn kein Durst danach vorhanden ist usw. usw. ... Wenn nach dem Nahrungsstoff Berührung, ihr Bhikkhus usw. usw. ... Wenn nach dem Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes, ihr Bhikkhus, usw. usw. ... Wenn nach dem Nahrungsstoff Bewußtsein, ihr Bhikkhus, keine Begierde vorhanden ist, wenn keine Freude daran vorhanden ist, wenn kein Durst danach vorhanden ist, dann hat das Bewußtsein keinen Halt gefunden und ist nicht zu Wachstum gekommen. Wo aber das Bewußtsein keinen Halt gefunden hat, und nicht zu Wachstum gekommen ist, da tritt auch Name und Form nicht in die Erscheinung. Wo Name und Form nicht in die Erscheinung tritt, da findet keine Mehrung der Gestaltungen statt. Wo keine Mehrung der Gestaltungen statt findet, da tritt künftighin keine Wiedergeburt und Neuerstehung ein. Wo künftighin keine Wiedergeburt und Neuerstehung eintritt, da gibt es künftighin nicht Geburt, Alter und Tod. Wo es aber künftighin Geburt, Alter und Tod nicht gibt, das, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist frei von Schmerz, frei von Angst, frei von Verzweiflung."
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*f187) P. patitthitam tattha viññánam virúlham. Das Bild ist hergenommen von einem eingepflanzten Baum, der Wurzel geschlagen hat und nun zu wachsen beginnt. *f188) P. atthi tattha námarúpassa avakkanti. Vgl. oben Sutta 39. 2.s12_39 *f189) P. kútágáram vá kútágárasála vá. Es handelt sich um ein Haus von geringeren oder größeren Dimensionen. Der Komm. (II. 1475) hat: kútágaran ti, ekam kannikam gahetvá katam agáram; kútágárasálá ti, dve kanniká gahetvá katasálá. |
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