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| Kongregation für die Glaubenslehre Notifikation bezüglich des Buches von Dupuis IntraText CT - Text |
V. Bedeutung und Heilsfunktion der religiösen Traditionen
8. Nach katholischer Lehre ist festzuhalten, dass ,,was immer der Geist im Herzen der Menschen und in der Geschichte der Völker, in den Kulturen und Religionen bewirkt, die Vorbereitung der Verkündigung zum Ziel hat" (vgl. Lumen gentium, 16). Es ist deshalb legitim, die Auffassung zu vertreten, dass der Heilige Geist das Heil in den Nichtchristen auch durch jene Elemente des Wahren und Guten bewirkt, die in den verschiedenen Religionen vorhanden sind. Die katholische Theologie bietet hingegen keinerlei Anhaltspunkt dafür, diese Religionen als solche als Heilswege zu betrachten, auch weil Lücken, Unzulänglichkeiten und Irrtümer vorhanden sind, welche die Grundwahrheiten über Gott, den Menschen und die Welt betreffen.
Die Tatsache, dass die in den verschiedenen Religionen enthaltenen Elemente des Wahren und Guten die Völker und Kulturen auf die Aufnahme des Heilsereignisses Jesu Christi vorbereiten können, bedeutet nicht, dass die heiligen Schriften der anderen Religionen als komplementär zum Alten Testament betrachtet werden können, das die unmittelbare Vorbereitung auf das Christusereignis selbst ist.
Papst Johannes Paul II. hat in der Audienz vom 19. Januar 2001 im Licht der letzten Entwicklungen die Approbation dieser Notifikation bekräftigt, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, und ihre Veröffentlichung angeordnet.
Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 24. Januar 2001, dem Fest des Heiligen Franz von Sales.
+ JOSEPH Card. RATZINGER
Präfekt
+ TARCISIO BERTONE, S.D.B.
Erzbischof em. von Vercelli
Sekretär