10. In Übereinstimmung mit dem bisher Gesagten soll
ohne Einschränkung der Wunsch der Bischofssynode verwirklicht werden, den
sich Papst Johannes Paul II. zu eigen gemacht hat und der mit Einsatz und
lobenswerten Initiativen von seiten der Bischöfe, Priester, Ordensleute
und Laien aufgegriffen worden ist: nämlich in fürsorgender Liebe
alles zu tun, was die Gläubigen, die sich in einer irregulären
ehelichen Situation befinden, in der Liebe zu Christus und zur Kirche
bestärken kann. Nur so wird es ihnen möglich sein, die Botschaft von
der christlichen Ehe uneingeschränkt anzuerkennen und die Not ihrer
Situation aus dem Glauben zu bestehen. Die Pastoral wird alle Kräfte
einsetzen müssen, um glaubhaft zu machen, daß es nicht um
Diskrimierung geht, sondern einzig um uneingeschränkte Treue zum Willen
Christi, der uns die Unauflöslichkeit der Ehe als Gabe des Schöpfers
zurückgegeben und neu anvertraut hat. Das Mit-Leiden und Mit-Lieben der
Hirten und der Gemeinschaft der Gläubigen ist nötig, damit die
betroffenen Menschen auch in ihrer Last das süße Joch und die
leichte Bürde Jesu erkennen können(19). Süß und
leicht ist ihre Bürde nicht dadurch, daß sie gering und unbedeutend
wäre, sondern sie wird dadurch leicht, daß der Herr - und mit ihm
die ganze Kirche - sie mitträgt. Zu dieser eigentlichen, in der Wahrheit
wie in der Liebe gleichermaßen gründenden Hilfe hinzuführen,
ist die Aufgabe der Pastoral, die mit aller Hingabe angegangen werden
muß.
Verbunden im kollegialen Einsatz, die
Wahrheit Jesu Christi im Leben und in der Praxis der Kirche aufleuchten zu
lassen, bin ich in Christus Ihr
Joseph
Kardinal Ratzinger
Präfekt
+ Alberto Bovone
Tit.-Erzbischof von Cäsarea in Numidien
Sekretär
Papst Johannes Paul II hat in einer dem
Kardinalpräfekten gewährten Audienz das vorliegende Schreiben, das in
der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war,
gebilligt und zu veröffentlichen angeordnet.
Rom, am Sitz der Kongregation für
die Glaubenslehre, den 14. September 1994, am Fest Kreuzerhöhung.
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