35. Was die
Grundprinzipien hinsichtlich der sakramentalen Natur der Ehe angeht, so ist die
Frage komplexer. Die Hirten der Kirche müssen in der Tat dem ungeheuren
Reichtum der Gnade Rechnung tragen, der aus der sakramentalen Natur der
christlichen Ehe hervorgeht, sowie dem Einfluß, den sie auf die in der
Ehe begründeten Beziehungen in der Familie ausübt. Gott wollte, daß
der ursprüngliche Ehebund, die Ehe der Schöpfung, ein permanentes
Zeichen der Verbindung Christi mit der Kirche sei und so zu einem wahren
Sakrament des Neuen Bundes würde. Das Problem besteht darin, das richtig
zu verstehen: Dieser sakramentale Charakter ist weder ein Zusatz noch etwas der
Natur der Ehe Äußerliches. Im Gegenteil: Die Ehe, die der Schöpfer
unauflöslich wollte, wurde durch Christi Werk der Erlösung zu einem
Sakrament erhoben, ohne daß dies auch nur die geringste „Entstellung“
ihrer Wirklichkeit mit sich brächte. Verkennt man die Besonderheit dieses
Sakraments im Vergleich zu den anderen, dann entstehen oft Mißverständnisse,
und der Begriff der sakramentalen Ehe wird verdunkelt. Dieser Begriff gewinnt
bei der Ehevorbereitung eine besondere Bedeutung: die verdienstvollen Bemühungen
zur Vorbereitung der Brautpaare auf die Feier des Sakraments wären unnütz,
wenn diese die absolut unauflösliche Natur der Ehe, die sie zu schließen
beabsichtigen, nicht richtig verstünden. Die Getauften bitten die Kirche
nicht um die Feier eines Festes nach speziellen Riten, sondern um die Eheschließung
für ein ganzes Leben, um das Sakrament des Neuen Bundes. Durch dieses
Sakrament haben sie am Geheimnis der Verbindung Christi mit seiner Kirche teil
und bringen ihre innige und unauflösliche Verbindung zum Ausdruck.
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