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VI – Christliche Orientierungsrichtlinien
Formulierung des Grundproblems: „Am Anfang war es nicht so“
36. Die
christliche Gemeinschaft fühlt sich durch die Phänomene der faktischen
Lebensgemeinschaften angesprochen. Diese Gemeinschaften ohne jede-zivile und
religiöse-rechtlichen und institutionellen Bande sind ein immer häufigeres
Phänomen, dem die Kirche in der Pastoral ihre Aufmerksamkeit schenken muß.
83 Wenn sich der Gläubige nicht nur auf die Vernunft stützt,
sondern auch und vor allem auf den „Glanz der Wahrheit“, der ihm vom Glauben
her kommt, ist er in der Lage, die Dinge beim Namen zu nennen: das Gute als gut
und das Schlechte als schlecht. Im heutigen, vom Relativismus geprägten
und zur Verwässerung aller-sogar der wesentlichen-Unterschiede zwischen
Ehe und faktischen Lebensgemeinschaften führenden Kontext, muß man
eine große Weisheit und mutige Freiheit an den Tag legen, um sich nicht für
Zweideutigkeiten oder Kompromissen herzugeben, wohl wissend, daß „die gefährlichste
Krise[...], die den Menschen überhaupt heimsuchen kann: die Verwirrung
in bezug auf Gut und Böse, was den Aufbau und die Bewahrung der
sittlichen Ordnung der einzelnen und der Gemeinschaften unmöglich
macht“84 ist. Im Hinblick auf eine im wahrsten Sinne des Wortes
christliche Reflexion über die Zeichen der Zeit und angesichts der
offenkundigen Verdunklung der tiefen Wahrheit der menschlichen Liebe im Herzen
vieler unserer Zeitgenossen, empfiehlt es sich, zu den reinen Wassern des
Evangeliums zurückzukehren.
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