37. „Da
kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Frage stellen wollten, und fragten.
,Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? ’ Er
antwortete: ,Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer die
Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und daß er gesagt
hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau
binden, und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr
zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht
trennen. ’ Da sagten sie zu ihm: ,Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, daß
man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muß, wenn man sich trennen
will? ’ Er antwortete: ,Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt,
eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage
euch: Wer seine Frau entläßt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt,
und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch’“ (Mt 19,3-9). Diese Worte des
Herrn sind wohl ebenso bekannt wie die Reaktion seiner Jünger: „Wenn das
die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten“ (Mt
19,10). Diese Reaktion entspricht eindeutig dem in der damaligen Epoche
herrschenden Denken, das dem ursprünglichen Plan des Schöpfers den Rücken
zugekehrt hatte. 85 Das von Mose gewährte Zugeständnis
spiegelt die Gegenwart der Sünde wider, welche die Form der duritia
cordis angenommen hat. Heute muß zweifellos mehr als zu anderen
Zeiten der Beeinträchtigung des Verstandes, der Lähmung des Willens,
der Bestimmung durch Leidenschaften, der verborgenen Wurzel der meisten Schwächefaktoren,
die zur aktuellen Verbreitung der faktischen Lebensgemeinschaften beigetragen
haben, Rechnung tragen.
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