41. Dadurch,
daß die christlichen Ehen in den verschiedenen gesellschaftlichen Milieus
vertreten sind, stellen sie ein bevorzugtes Mittel dar, um dem Menschen von
heute (der in seiner Subjektivität zum Teil zerrüttet und nach einer
Reihe von bruchstückhaften Erfahrungen auf der vergeblichen Suche nach
einer „freien“, der wahren ehelichen Liebe widersprechenden Liebe erschöpft
ist) konkret zu zeigen, daß es möglich ist, sein Menschsein
wiederzufinden, wenn sie ihm helfen, die Wirklichkeit einer in der Ehe in Jesus
Christus vollkommen verwirklichten Subjektivität zu begreifen. Diese Art
Konfrontation mit der Wirklichkeit ist die einzig mögliche Art und Weise,
im Herzen die Sehnsucht nach einer Heimat zu wecken, von der die ganze Person
eine unauslöschliche Erinnerung hat. Den enttäuschten Männern
und Frauen, die sich zynisch fragen: „Kann denn aus dem Herzen des Menschen
etwas Gutes kommen?“, muß man entgegen können: „Kommt und seht
unsere Ehe und unsere Familie“. Das wirkliche Zeugnis, durch das die
christliche Gemeinschaft mit der Gnade Gottes zum Zeichen der Barmherzigkeit
Gottes mit den Menschen wird, kann ein entscheidender Ausgangspunkt sein. Außerdem
ist in allen Milieus festzustellen, wie wirksam und positiv der Einfluß
gläubiger Christen sein kann. Durch ihre bewußten Glaubens- und
Lebensentscheidungen sind sie mitten unter ihren Zeitgenossen wie der Sauerteig
im Teig, wie das Licht, das in der Finsternis leuchtet. Die Aufmerksamkeit der
Pastoral bei der Vorbereitung auf die Ehe und Familie und bei der Begleitung im
Ehe- und Familienleben ist also für das Leben der Kirche und der Welt
wesentlich. 97
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