43. „Die
Vorbereitung auf die Ehe, auf das Ehe- und Familienleben, ist für das Wohl
der Kirche von besonderer Bedeutung, da das Sakrament der Ehe für die
ganze christliche Gemeinschaft einen großen Wert darstellt. Dies gilt an
erster Stelle für die Gatten, deren Entscheidung derart ist, daß sie
weder unvorbereitet noch überhastet getroffen werden darf. In anderen
Epochen konnte diese Vorbereitung auf die Unterstützung der Gesellschaft zählen,
welche die Werte und Güter der Ehe anerkannte. Die Kirche verteidigte ohne
Bedenken und vorbehaltlos die Heiligkeit der Ehe und war sich der Tatsache bewußt,
daß das Sakrament der Ehe als Lebenszelle des Volkes Gottes für die
Kirche selbst eine Garantie darstellt. Im Innern der Kirche, zumindest in den
wirklich evangelisierten Gemeinschaften, war die Unterstützung für
die Ehe entschlossen, einheitlich und geschlossen. Getrennte und gescheiterte
Ehen waren selten, und die Ehescheidung wurde als gesellschaftliches ,Übel’
betrachtet (vgl. Gaudium et spes, Nr. 47). Heute steht man dagegen in
nicht wenigen Fällen vor einem einschneidenden Verfall der Familie und vor
einer gewissen Zersetzung der Werte der Ehe. In vielen Nationen, vor allem in
den Industrieländern, ist die Zahl der Eheschließungen zurückgegangen.
Man verschiebt die Eheschließung heute gewöhnlich auf einen späteren
Zeitpunkt, und die Zahl der Ehescheidungen und Trennungen-dazu kommt es oft
schon in den ersten Jahren des Ehelebens-steigt. Aufgrund dieser Umstände
nehmen die Sorgen in der Pastoral zu, und immer wieder stellt man sich die
Frage: Ist derjenige, der heute den Bund der Ehe eingeht, wirklich darauf
vorbereitet? Die Frage der Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe und auf das
dann folgende gemeinsame Leben erscheint wie eine große pastorale
Notwendigkeit-zwar in erster Linie zum Wohl der Gatten, aber auch zum Wohl der
ganzen christlichen Gemeinschaft und der Gesellschaft. Deshalb nehmen das
Interesse und die Initiativen überall zu, um auf die mit der Vorbereitung
auf das Sakrament der Ehe verbundenen Fragen entsprechende und angemessene
Antworten zu geben“.98
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