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Päpstlicher Rat für die Familie
Ehe, Familie und faktische Lebensgemeinschaften

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  • I – Die „faktischen Lebensgemeinschaften“
    • Die persönlichen Gründe und der kulturelle Faktor
      • 7
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Die persönlichen Gründe und der kulturelle Faktor  

7. Es ist angemessen, sich über die ursprünglichen und eigentlichen Gründe zu befragen, die in den zeitgenössischen Gesellschaften zur Krise der Ehe als religiöse und zivile Einrichtung und zu Initiativen geführt haben, welche die Anerkennung der faktischen Lebensgemeinschaften und deren Gleichstellung mit der Ehe fordern und anstreben. Unbeständige Verhältnisse, die sich eher durch ihre negativen Aspekte (fehlendes Eheband) als durch ihre positiven charakterisieren, sollen mit der Ehe auf eine Stufe gestellt werden. In Wirklichkeit verfestigen sich diese Verhältnisse in einer Vielfalt von Beziehungen, die alle weit von der wahren und vollkommenen, festen und gesellschaftlich anerkannten gegenseitigen Hingabe entfernt sind. Aufgrund der Komplexität der verschiedenen finanziellen, soziologischen und psychologischen Gründe, die alle in den Kontext der Privatisierung der Liebe und der Aufhebung des institutionellen Charakters der Ehe passen, empfiehlt es sich, die ideologische und kulturelle Sicht zu untersuchen, vor deren Hintergrund sich die faktischen Lebensgemeinschaften, so wie wir sie heute kennen, allmählich entwickelt und behauptet haben. 

Der allmähliche Rückgang der Zahl der durch die Gesetzgebung der verschiedenen Staaten als solche anerkannten Ehen und Familien und die steigende Zahl von unehelichen Lebensgemeinschaften sind nicht Ergebnis einer vereinzelten und spontanen kulturellen Bewegung, sondern entspricht den geschichtlichen Wandlungen. Diese sind in den heutigen Gesellschaften in einem kulturellen Moment eingetreten, den viele renommierte Autoren als „postmodernbezeichnen. Die Verkleinerung des Agrarsektors, die Entwicklung des Dienstleistungssektors in der Wirtschaft, die steigende durchschnittliche Lebenserwartung, die Unbeständigkeit des Arbeitsverhältnisses und der persönlichen Beziehungen, die sinkende Zahl der Familienangehörigen, die unter einem Dach leben, die weltweite Ausdehnung der sozialen und wirtschaftlichen Phänomene haben offenkundig zu einer steigenden Unbeständigkeit der Stellung der Familie geführt und das Ideal einer kleineren Familie gefördert. Reicht das aber, um die heutige Lage der Ehe zu erklären? Die Krise der Ehe als Institution ist dort weniger markant, wo es noch starke Familientraditionen gibt




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