18. Die
Politiker müssen die Ernsthaftigkeit des Problems erkennen. In unserem
Tagen neigt man in den westlichen Ländern in der Politik mit einer
gewissen Regelmäßigkeit dazu, den pragmatischen Aspekten und der
sogenannten „Politik der Gleichgewichte“ den Vorzug vor konkreten Punkten zu
geben. So versucht man das Aufkommen einer Debatte über die Prinzipien zu
vermeiden, die den schwierigen und heiklen Zusammenhalt der Parteien, Bündnisse
oder Koalitionen gefährden und kompromittieren würde. Müssen
diese Gleichgewichte aber nicht in klaren Prinzipien, dem Respekt der
Grundwerte und eindeutigen Grundpostulaten begründet sein? „In diesem
Zusammenhang muß gesagt werden, daß dann, wenn es keine letzte
Wahrheit gibt, die das politische Handeln leitet und ihm Orientierung gibt, die
Ideen und Überzeugungen leicht für Machtzwecke mißbraucht
werden können. Eine Demokratie ohne Werte verwandelt sich, wie die
Geschichte beweist, leicht in einen offenen oder hinterhältigen
Totalitarismus“.24 Die Legislative ist mit politischer Verantwortung
verbunden; den Politikern kommt es daher zu, (nicht auf der Ebene der
Prinzipien, sondern auch auf der Ebene ihrer Anwendung) darüber zu wachen,
daß es zwischen dem Sittengesetz und dem bürgerlichen Gesetz zu keiner
Diskrepanz kommt-was ernste Folgen in Gegenwart und Zukunft hätte-und daß
der erzieherische und kulturelle Wert der Rechtsordnung gewahrt bleibt.
25 Die öffentlichen Interessen werden nicht durch demagogische
Zugeständnisse an Presure-groups, welche die faktischen
Lebensgemeinschaften zu fördern versuchen, am wirksamsten gewahrt, sondern
durch die energische und systematische Förderung einer globalen
Familienpolitik, welche die in der Ehe begründete Familie zum Mittelpunkt
und Motor der Sozialpolitik macht und die breite Palette der Familienrechte
abdeckt. 26 Der Heilige Stuhl hat sich dieser Frage in seiner Charta
der Familienrechte27 gewidmet. Er wandte sich darin gegen ein Verständnis,
wonach sich das Eingreifen des Staates auf die öffentliche Fürsorge
beschränkt.
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