31. Die
christliche Gemeinschaft hat von diesem Prinzip ausgehend die christliche Ehe
als konkretes Zeichen der Verbindung Christi mit seiner Kirche gelebt. Jesus
Christus hat die Ehe zu einem Heilsereignis in der neuen Ordnung erhoben, die
mit der Heilsökonomie verbunden ist. Anders gesagt: Die Ehe ist ein
Sakrament des Neuen Bundes. 73 Es handelt sich hier um einen
wesentlichen Punkt für das Verständnis von Inhalt und Tragweite des
Ehebundes zwischen zwei Getauften. Das Lehramt der Kirche hat seinerseits erklärt,
daß „das Sakrament der Ehe vor den anderen diese Besonderheit hat: Es
umfaßt als Sakrament eine Wirklichkeit, die bereits in der Schöpfungsordnung
vorliegt; es ist derselbe Ehebund, den der Schöpfer ,am Anfang’ begründet
hat“74.
In einer in weiten Teilen säkularisierten Gesellschaft, die sich
zunehmend von den Werten der Wahrheit über die menschliche Person
entfernt, ist es heute notwendig, auf dem Inhalt dieses Ehebundes, „durch den
Mann und Frau unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen,
welche durch ihre natürliche Eigenart auf das Wohl der Ehegatten und auf
die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist“75, so
wie Gott ihn „von Anfang an“76 in der natürlichen Ordnung der Schöpfung
gewollt hat, zu beharren. Dies macht eine nüchterne Reflexion
erforderlich: nicht nur von den praktizierenden Gläubigen, sondern auch
von denen, die ihre religiöse Praxis aufgegeben haben, von Ungläubigen
und Gläubigen anderer Anschauungen, das heißt von allen Menschen, Männern
und Frauen, als Glieder einer zivilen Gemeinschaft und für das Gemeinwohl
Verantwortliche. In Erinnerung gerufen werden muß die Natur der in der
Ehe begründeten Familie, deren Charakter nicht nur historisch und
konjunkturell, sondern ontologisch, das heißt unabhängig ist von
allen epochalen, lokalen und kulturellen Wandlungen. Das gleiche gilt für
den sich daraus ergebenden Rechtscharakter.
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