41.
Die
bräutliche Spiritualität, die die menschliche Erfahrung umfabt und nie vom
sittlichen Verhalten getrennt ist, hat ihren Ursprung in Taufe und Firmung. Zur
Vorbereitung der Verlobten mub demzufolge auch die Wiedergewinnung des
sakramentalen Lebens gehören, in dem die Sakramente der Versöhnung und der
Eucharistie eine besondere Rolle spielen. Das Sakrament der Versöhnung macht
die göttliche Barmherzigkeit gegenüber dem menschlichen Elend deutlich und
bringt die Lebenskraft der Taufe und die Tatkraft der Firmung zur Reife. Vor
diesem Hintergrund erklärt sich die Verstärkung der Pädagogik der erlösten
Liebe, die angesichts des Dramas des Menschen, der von Gott geschaffen und noch
wunderbarer erlöst ist, voller Verwunderung die Gröbe der Barmherzigkeit Gottes
erkennen läbt. Die Eucharistie als Feier des Gedächtnisses der Hingabe Jesu an
seine Kirche entfaltet die der Ehe eigentümlichen affektiven und in der
täglichen Hingabe an den Gatten und die Kinder vollzogene Liebe. Dabei darf man
nicht vergessen und ignorieren, dab die Feier, die jeder anderen Gebets- und
Kultform erst Sinn gibt, diejenige ist, »die sich im alltäglichen Dasein der
Familie ausdrückt, wenn es ein Dasein ist, dab von Liebe und
Sichverschenken bestimmt wird« (EV 93).
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