48.
Im
Hinblick auf ein mögliches Direktorium, das die vorzüglichsten Erfahrungen in
der Ehevorbereitung sammelt, empfiehlt es sich, daran zu erinnern, was der
Heilige Vater, Johannes Pauls II., in seiner Abschlubansprache vor der
Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die Familie, die vom 30. September
bis zum 5. Oktober 1991 stattfand, sagte: »Unerläblich bleibt, dab der
theologischen Vorbereitung die nötige Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Der zuverlässige Inhalt mub Mittelpunkt und wesentliches Ziel der Kurse sein,
damit die Feier des Ehesakramentes bewubter erfolgt und alles das, was sich für
die Verantwortung der Familie ergibt, bewubter vollzogen wird. Die Fragen zur
Einheit und Unauflöslichkeit der Ehe, ferner zur Bedeutung der Vereinigung und
Weitergabe des Lebens in der Ehe, zumal in ihrem spezifischen Akt, müssen
getreu und genau der klaren Lehre der Enzyklika Humanae vitae (vgl.
11-12) behandelt werden. Das gleiche gilt für alles, was das Geschenk des
Lebens angeht, das die Eltern in verantwortlicher Weise und freudig als
Mitarbeiter des Herrn annehmen müssen. Gut wäre es, wenn in den Kursen nicht
nur das besonders hervorgehoben würde, was zur reifen und wachen Freiheit jener
gehört, die eine Ehe eingehen möchten, sondern auch das, was die eigentliche
Sendung der Eltern als erste Erzieher und Evangelisierer ihrer Kinder
ausmacht«.
Der
Päpstliche Rat für die Familie stellt mit grober Zufriedenheit fest, dab die
Tendenz, zur besseren Erkenntnis der Bedeutung und Würde der Verlobung gröber
wird. Gleichzeitig ermahnt er, die Dauer der speziellen Kurse nicht so kurz zu
bemessen, dab sie sich auf eine reine Formsache beschränken. Sie werden dagegen
eine ausreichende Zeit in Anspruch nehmen müssen, um die obengenannten
wesentlichen Themen gut und klar darlegen zu können.3
Der Kurs
kann in den einzelnen Pfarreien durchgeführt werden, wenn eine ausreichende
Zahl von Verlobten vorhanden ist und die Pfarrei über vorbereitete Mitarbeiter
verfügt. Der Kurs kann aber auch in den bischöflichen Vikariaten oder Dekanaten
abgehalten werden. Manchmal werden die Kurse auch von Vertretern von
Familienbewegungen, Vereinigungen oder Apostolatsgruppen unter Leitung des
zuständigen Priesters durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen Bereich, der
von der Diözesanstruktur, die im Namen des Bischofs tätig ist,
koordiniert wird. Die Inhalte müssen sich auf die natürliche und christliche
Lehre über die Ehe konzentrieren, ohne jedoch die verschiedenen
Gesichtspunkte der Psychologie, Medizin und anderer Humanwissenschaften zu
vernachlässigen.
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