2.
Der Päpstliche Rat für die Familie steht mit den Bischofskonferenzen und
Bischöfen in ständigem Kontakt und hat bei verschiedenen Begegnungen,
Versammlungen, vor allem bei den Ad-limina-Besuchen, ihre pastorale Sorge um
die Vorbereitung und Feier des Sakraments der Ehe und des Ehelebens aufmerksam
verfolgt. Wiederholt wurde er bei diesen Anlässen um eine Orientierungshilfe für
die Vorbereitung der christlichen Verlobten gebeten. Der vorliegende Entwurf soll nun
eine solche Hilfe darstellen. Er macht sich die Beiträge vieler Apostolischer
Bewegungen, Gruppen und Vereinigungen zunutze, die in der Familienpastoral
zusammenarbeiten und für die Ausarbeitung dieses richtungweisenden Dokuments
ihre Unterstützung, ihren Rat und ihre Erfahrung angeboten haben.
Für alle, die
auf das christliche Sakrament der Ehe zugehen, ist die Vorbereitung auf die
Trauung ein willkommener und bevorzugter Augenblick sowie ein Kairos,
das heibt eine Zeit, in der Gott zu den Verlobten spricht und in ihnen die Berufung
zur Ehe und zu dem damit verbundenen Leben weckt. Die Verlobung gehört in den
Kontext eines intensiven Evangelisierungsprozesses. Denn im Leben der Verlobten
und zukünftigen Gatten tauchen Fragen auf, die sich auf die Familie auswirken.
Deshalb sollen sie verstehen, was verantwortungsbewubte und reife Liebe der
Lebens- und Liebesgemeinschaft bedeutet, die einmal ihre Familie sein wird,
eine wahre Hauskirche, die zur Bereicherung der ganzen Kirche beitragen soll.
Die
Vorbereitung schliebt aufgrund ihrer wichtigen Bedeutung einen
Evangelisierungsprozeb ein, der Reifung und Fortschritt im Glauben ist. Wenn
der Glaube nur schwach, ja fast gar nicht vorhanden ist (vgl. Familiaris
consortio = FC 68), ist es notwendig, ihn wiederzubeleben, und man darf eine
anspruchsvolle und geduldige Unterweisung nicht ausschlieben, die einen
eifrigen und lebendigen Glauben weckt und nährt. Vor allem dort, wo das Umfeld heidnisch
geworden ist, wird ein »einem Katechumenat vergleichbarer Glaubensweg« (FC
66) besonders ratsam sein, und eine Vorstellung der christlichen
Grundwahrheiten, die Braut und Bräutigam helfen, die Reife des Glaubens zu
erlangen oder zu stärken. Es wäre wünschenswert, wenn sich der bevorzugte
Augenblick der Vorbereitung auf die Ehe im Zeichen der Hoffnung in eine
Neuevangelisierung für die zukünftigen Familien verwandelt.
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