I.
DIE BEDEUTUNG DER VORBEREITUNG
AUF DIE CHRISTLICHE EHE
9.
Ausgangspunkt
für den Weg der Vorbereitung auf die Ehe ist das Bewubtsein, dab Christus der
Herr den Ehebund in der Kraft des Heiligen Geistes zum Sakrament des Neuen
Bundes gemacht und erhöht hat. Das Sakrament verbindet die Eheleute mit der
sich verschenkenden Liebe Christi, des Bräutigams, zur Kirche (vgl. Eph
5, 35-32), indem es sie zum Abbild dieser Liebe macht und sie an ihr teilhaben
läbt. Durch den Empfang des Sakramentes gereichen die Eheleute dem Herrn zum
Lob, der die eheliche Verbindung und das Leben der Christgläubigen, die es
feiern, heiligt, indem es eine christliche Familie als Hauskirche und »Grund-
und Lebenszelle der Gesellschaft« (Apostolicam actuositatem, 11) sowie
als »Heiligtum des Lebens« (EV 92; ebenso 6, 88, 94) stiftet. Daher wird
das Sakrament im Herzen des Neuen Bundes, das heibt im Ostergeheimnis, gefeiert
und empfangen. Christus, der Bräutigam, der mitten unter den Seinen ist (vgl. Gratissimam
sane, 18; Mt 9, 15), ist die Quelle aller Kraft, so dab die
christlichen Eheleute und Familien weder einsam noch verlassen sind.
Für die
Christen schliebt die Ehe, die ihren Ursprung in Gott dem Schöpfer hat, darüber
hinaus die Berufung zu einem besonderen Stand und Gnadenleben ein. Um diese
Berufung zu ihrer vollen Reife führen zu können, ist eine angemessene und
besondere Vorbereitung nötig. Die Berufung zur Ehe ist ein besonderer Weg des
Glaubens und der Liebe, zumal sie zum Wohl der Kirche und der Gesellschaft an
die Eheleute ergeht: und dies mit der ganzen Bedeutung und Kraft einer öffentlichen
Verpflichtung, die sie vor Gott und der Gesellschaft eingehen und die die
Grenzen des einzelnen übersteigt.
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