11.
Schlieblich
wurde die Sorge der Kirche auf diesem Gebiet aufgrund der bereits angedeuteten
Umstände immer drängender. Dabei stellt sie einerseits zwar die Wiedergewinnung
von wichtigen Werten und Gesichtspunkten der Ehe und Familie fest und sieht,
wie viele Eheleute und christliche Familien mit ihrem Leben ein freudiges
Zeugnis geben. Andererseits steigt aber die Zahl derjenigen, die den Wert der
Ehe nicht kennen oder ablehnen und ihr mit Mibtrauen begegnen, das sogar soweit
führt, dab sie ihre Güter und Werte bezweifeln oder zurückweisen (vgl. GS
48). Heute stellt man leider die besorgniserregende Verbreitung einer »Kultur«
oder Mentalität des Mibtrauens gegenüber der Familie als notwendigem Wert für
die Eheleute, Kinder und die Gesellschaft fest. Die Gesetzgebung sieht
Haltungen und Mabnahmen vor, die die auf der Ehe gegründete Familie nicht
unterstützen und sogar ihre Rechte leugnen. In verschiedenen Teilen der Welt
breitet sich in der Tat eine säkularisierte Atmosphäre aus. Sie zieht besonders
die jungen Menschen in ihren Bann und unterwirft sie dem Druck einer
säkularisierten Umwelt, in der man letztlich den Sinn für Gott verliert und
demzufolge auch den tiefen Sinn der ehelichen Liebe und der Familie. Heibt dies
nicht, Gott zu leugnen, den Ursprung und die Quelle dieses inneren Geheimnisses
auszuschlieben? (vgl. GS 22). Die Leugnung Gottes in ihren verschiedenen
Formen bringt oft die Ablehnung der Institutionen und Strukturen mit sich, die
zum Plan Gottes gehören, der mit der Schöpfung begonnen hat und sich seitdem
verwirklicht (vgl. Mt 19, 3ff). In dieser Sicht wird alles als vom
Willen des Menschen abhängig gesehen undoder von Mehrheitsbeschlüssen, die
veränderlich sind.
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