12.
In
den Ländern, in denen der Prozeb der Entchristlichung ein starkes Ausmab
angenommen hat, zeichnet sich eine besorgniserregende Krise der moralischen
Werte ab, insbesondere ein Identitätsverlust der christlichen Ehe und Familie
und damit der Bedeutungsverlust der Verlobung. Zu diesem Identitätsverlust
tritt eine Wertkrise innerhalb der Familie, zu der eine allgemeine, auch
gesetzliche, Freizügigkeit beiträgt. Diese Freizügigkeit wird nicht gerade
wenig von den sozialen Kommunikationsmitteln geschürt, insofern diese
entgegengesetzte Modelle vorgeben, als ob sie wahre Werte darstellten. So hat
sich eine dem Anschein nach kulturelle Struktur gebildet, die sich den neuen
Generationen als Alternative zum christlichen Verständnis des Ehelebens und der
Eheschliebung, zu ihrem sakramentalen Wert und ihrer Verbindung zur Kirche
darbietet.
Die
Phänomene, die diese Wirklichkeit bestätigen und die genannte Kultur bestärken,
hängen mit neuen Lebensstilen zusammen, die die menschlichen Dimensionen der
Partner herabsetzen, was für die Familie verheerende Folgen hat. An dieser
Stelle soll auf einige Folgen hingewiesen werden: sexuelle Freizügigkeit,
Rückgang der Eheschliebungen oder das ständige Hinauszögern der Entscheidung,
Anstieg der Ehescheidungen, Empfängnisverhütung, Anstieg willentlicher
Abtreibungen, geistliche Leere und tiefe Unzufriedenheit, die zur Verbreitung
von Drogen, Alkoholmibbrauch, Gewalt und Selbstmord unter den Jugendlichen und
jungen Erwachsenen führen.
In
anderen Gebieten der Erde bedrohen Unterentwicklung, äuberste Armut, Elend oder
kulturelle Gegebenheiten, die dem christlichen Verständnis widersprechen oder
fremd sind, die Festigkeit der Familie und behindern und erschweren eine
umfassende Erziehung zur christlichen Liebe.
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