16.
Wie
aus dem in der Tradition der Kirche lebendigen und vom Lehramt ausgelegten Wort
Gottes deutlich hervorgeht, setzt die Ehe für die christlichen Eheleute die
Antwort auf die göttliche Berufung und die Zustimmung zur Sendung voraus,
nämlich Zeichen der Liebe Gottes für alle Glieder der Menschheitsfamilie zu
sein, insofern die Ehe Teilhabe am endgültigen Bund Christi mit der Kirche ist.
Daher werden die Eheleute im Geschenk der Liebe und des Lebens zu Mitarbeitern des
Schöpfers und Erlösers. Deshalb kann man die Vorbereitung auf die christliche
Ehe als ein Weg des Glaubens bezeichnen, der nicht mit der Feier der Trauung
beendet ist, sondern sich im ganzen Familienleben fortsetzt. Infolgedessen
beschränkt sich unsere Sicht nicht auf die Trauung als einmaliger Akt, auf den
Augenblick der Feier, sondern auf die Ehe als fortwährenden Stand. Auch aus
diesem Grund ist die Ehevorbereitung eine »hervorragende Gelegenheit, dab die
Verlobten den Glauben, den sie in der Taufe empfangen und während ihrer
christlichen Erziehung entfaltet haben, neu entdecken und vertiefen. Auf diese
Weise anerkennen sie und übernehmen sie in Freiheit die Berufung, im Ehestand
Christus nachzufolgen und dem Reich Gottes zu dienen« (FC 51).
Die
Bischöfe sind sich bewubt, wie dringend und unentbehrlich es ist, im Rahmen
eines stufenweisen und ständigen Bildungsprozesses besondere Vorbereitungswege
anzugeben und zur Sprache zu bringen (vgl. OCM 15). Man sollte in der
Tat daran erinnern, dab die wahre Vorbereitung auf eine bewubte und
willentliche Feier des Ehesakraments zielt. Diese Feier ist aber Quelle und
Ausdruck von anspruchsvollen und fortwährenden Verpflichtungen.
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