25.
In
dieser Zeit oder Stufe der entfernteren Vorbereitung sind spezielle Ziele zu
erreichen. Ohne den Anspruch zu erheben, hier eine erschöpfende Aufzählung
vorzulegen, soll hier nur darauf hingewiesen werden, dab diese Vorbereitung vor
allem ein Ziel erreichen mub: Jeder zur Ehe berufene Gläubige soll zutiefst
verstehen, dab die menschliche Liebe im Licht der Liebe Gottes in der
christlichen Ethik einen zentralen Platz einnimmt. Denn der Mensch ist seiner
Berufung und Sendung nach zur Liebe gerufen, die ihren Ursprung und ihr Ziel in
Gott hat, »ohne dabei die Möglichkeit einer Ganzhingabe an Gott in der Berufung
zum Priester- oder Ordensleben auszuschlieben« (FC 66). In diesem Sinn
ist daran zu erinnern, dab die entferntere Vorbereitung, auch wenn sie sich hauptsächlich
auf die theologisch-anthropologischen Inhalte konzentriert, in eine Sicht der
Ehe einzuordnen ist, in der die menschliche Liebe nicht nur als Zeichen,
sondern auch als Teilhabe an der Liebe zwischen Christus und seiner Kirche
erscheint. Die eheliche Liebe macht demzufolge die in der Erlösung sichtbar
gewordene Liebe Gottes unter den Menschen gegenwärtig. Der Übergang oder die
Bekehrung von einem äuberlichen und vagen Glauben, wie ihn heute viele jungen
Menschen besitzen, zur Entdeckung des »christlichen Geheimnisses« ist
grundlegend und entscheidend, das heibt ein Glaube, der die Gnaden- und
Liebesgemeinschaft mit Christus dem Auferstandenen einschliebt.
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