51. Muß man aus dieser Sicht und eingedenk dessen,
daß Jesus gekommen ist, um "den Armen das Evangelium zu
verkünden" (Mt 11,5; Lk 7,22), die Vorzugsoption der Kirche für
die Armen und die Randgruppen nicht entschiedener betonen? Ja, man muß
sagen, daß in einer Welt wie der unseren, die von so vielen Konflikten
und unerträglichen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten gezeichnet
ist, der Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden ein tauglicher Gesichtspunkt
der Vorbereitung und Feier des Jubeljahres ist. So werden sich, im Geist des
Buches Levitikus (25,8-28), die Christen zur Stimme aller Armen der Welt machen
müssen, indem sie das Jubeljahr als eine passende Zeit hinstellen, um
unter anderem an eine Überprüfung, wenn nicht überhaupt an einen
erheblichen Erlaß der internationalen Schulden zu denken, die auf dem
Geschick vieler Nationen lasten. Das Jubeljahr wird auch Gelegenheit dazu
bieten können, über andere moderne Herausforderungen nachzudenken, wie
z.B. die Schwierigkeiten des Dialogs zwischen verschiedenen Kulturen und die
Probleme im Zusammenhang mit der Achtung der Rechte der Frau und mit der
Förderung von Familie und Ehe.
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