55. Ein Kapitel für sich stellt die eigentliche
Feier des Großen Jubeljahres dar, die gleichzeitig im Heiligen Land, in
Rom und in den Ortskirchen der ganzen Welt erfolgen soll. Vor allem in dieser Phase,
der Phase der feierlichen Durchführung, wird das Ziel die Verherrlichung
der Dreifaltigkeit sein, von der alles kommt und der sich alles zuwendet in
Welt und Geschichte. Diesem Geheimnis gelten die drei Jahre der unmittelbaren
Vorbereitung: von Christus und durch Christus im Heiligen Geist zum Vater. In
diesem Sinne aktualisiert die Feier des Jubiläums das Ziel und die
Erfüllung des Lebens des Christen und der Kirche im dreieinigen Gott und
nimmt sie zugleich vorweg. Da jedoch Christus der einzige Zugangsweg zum Vater
ist, wird zur Hervorhebung seiner lebendigen und heilbringenden Gegenwart in
Kirche und Welt anläßlich des Großen Jubeljahres in Rom der
internationale eucharistische Kongreß abgehalten werden. Das Jahr 2000
soll ein intensiv eucharistisches Jahr sein: Im Sakrament der Eucharistie
bietet sich der Erlöser, der vor zweitausend Jahren im Schoß Mariens
Mensch geworden ist, weiterhin der Menschheit als Quelle göttlichen Lebens
dar. Die ökumenische und universale Dimension des Jubeljahres wird von
einem denkwürdigen panchristlichen Treffen in geeigneter Weise
herausgestellt werden können. Es handelt sich um eine Geste von hohem Wert
und muß deshalb, um Mißverständnisse zu vermeiden, korrekt
vorgeschlagen und sorgfältig vorbereitet werden, aus einer Haltung
brüderlicher Zusammenarbeit mit den Christen anderer Konfessionen und
Traditionen sowie in willkommener Öffnung den Religionen gegenüber,
deren Repräsentanten ihre Aufmerksamkeit auf die allen Jüngern
Christi gemeinsame Freude lenken. Eines ist gewiß: Ein jeder ist
eingeladen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit die große
Herausforderung des Jahres 2000, mit der sicherlich eine besondere Gnade des
Herrn für die Kirche und für die ganze Menschheit verbunden ist, nicht
vernachlässigt wird.
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