1. Während das
dritte Jahrtausend neuer Zeitrechnung näherrückt, kommen uns
unwillkürlich die Worte des Apostels Paulus in den Sinn: "Als aber
die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer
Frau" (Gal 4,4). Die Fülle der
Zeiten ist identisch mit dem Geheimnis der Fleischwerdung des Wortes, des mit
dem Vater wesensgleichen Sohnes, und mit dem Geheimnis der Erlösung der
Welt. Der hl. Paulus unterstreicht an dieser Stelle, daß der Sohn von
einer Frau geboren wurde, unter dem Gesetz geboren und in die Welt gekommen
ist, um alle freizukaufen, die unter dem Gesetz standen, damit sie die
Sohnschaft erlangten. Und er fügt hinzu: "Weil ihr aber Söhne
seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft:
Abba, Vater!" Wirklich tröstlich ist sein Schlußsatz:
"Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann
auch Erbe, Erbe durch Gott" (Gal 4,6-7). Diese paulinische Darlegung des
Inkarnationsgeheimnisses enthält die Offenbarung des Geheimnisses der
Dreifaltigkeit und der Fortsetzung der Sendung des Sohnes in der Entsendung des
Heiligen Geistes. Die Menschwerdung des Gottessohnes, seine Empfängnis,
seine Geburt sind die Voraussetzung für die Aussendung des Heiligen
Geistes. Der Text des hl. Paulus läßt so die Fülle des Geheimnisses
der erlösenden Menschwerdung durchscheinen.
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