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Ioannes Paulus PP. II
Tertio millennio adveniente

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  • I. "Jesus Christus ist derselbe gestern, heute ..." (Hebr 13,8)
    • 7
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7. In Jesus Christus spricht Gott nicht nur zum Menschen, sondern er sucht ihn. Die Menschwerdung des Sohnes Gottes ist Zeugnis dafür, daß Gott den Menschen sucht. Dieses Suchen meint Jesus, wenn er von der Wiederauffindung des verlorenen Schafes spricht (vgl. Lk 15,1-7). Es ist eine Suche, die dem Innersten Gottes entspringt und in der Inkarnation des Wortes ihren Höhepunkt erreicht. Wenn Gott auf die Suche nach dem Menschen geht, der nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist, tut Er das, weil Er ihn von Ewigkeit her in dem Wort liebt und ihn in Christus zur Würde der Sohnschaft erhöhen will. Gott sucht also den Menschen, der in anderer Weise als jede andere Kreatur sein besonderes Eigentum ist. Er ist Eigentum Gottes aufgrund einer Erwählung aus Liebe: Gott sucht den Menschen, gedrängt von seinem väterlichen Herzen. Warum sucht Er ihn? Weil sich der Mensch von ihm abgewandt hat, indem er sich wie Adam unter den Bäumen des irdischen Paradieses versteckte (vgl. Gen 3,8-10). Der Mensch hat sich vom Feind Gottes verführen lassen (vgl. Gen 3,13). Satan hat ihn irregeführt, als er ihn überzeugte, er sei selbst Gott und könne wie Gott Gut und Böse erkennen, wenn er die Welt nach seinem eigenen Gutdünken beherrsche, ohne auf den göttlichen Willen Rücksicht nehmen zu müssen (vgl. Gen 3,5). Wenn Gott den Menschen durch den Sohn sucht, will er ihn dazu veranlassen, die Wege des Bösen, in die er immer tiefer hineingerät, aufzugeben. Ihn von jenen Wegen "abbringen" will heißen, ihm begreiflich zu machen, daß er sich auf Irrwegen befindet; das heißt, das in der menschlichen Geschichte verbreitete Böse überwinden. Überwindung des Bösen: also die Erlösung. Sie verwirklicht sich im Opfer Christi, durch das der Mensch die Schuld der Sünde ablöst und mit Gott versöhnt wird. Der Sohn Gottes ist eben deshalb Mensch geworden, indem er im Schoß der Jungfrau einen Leib und eine Seele annahm: um sich zum vollkommenen Erlösungsopfer zu machen. Die Religion der Menschwerdung ist die Religion der Erlösung der Welt durch das Opfer Christi, das den Sieg über das Böse, über die Sünde und selbst über den Tod einschließt. Als Christus den Tod am Kreuz auf sich nimmt, offenbart und schenkt er gleichzeitig das Leben, da er aufersteht und der Tod keine Macht mehr über ihn hat.




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