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Ioannes Paulus PP. II
Tertio millennio adveniente

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  • II. Jubiläum des Jahres 2000
    • 10
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10. Im Christentum kommt der Zeit eine fundamentale Bedeutung zu. Innerhalb ihrer Dimension wird die Welt erschaffen, in ihrem Umfeld entfaltet sich die Heilsgeschichte, die ihren Höhepunkt in der "Fülle der Zeit" der Menschwerdung und ihr Ziel in der glorreichen Wiederkunft des Gottessohnes am Ende der Zeiten hat. In Jesus Christus, dem fleischgewordenen Wort, wird die Zeit zu einer Dimension Gottes, der in sich ewig ist. Mit dem Kommen Christi beginnt die "Endzeit" (vgl. Hebr 1,2), die "letzte Stunde" (vgl. 1 Joh 2,18), beginnt die Zeit der Kirche, die bis zu seiner Wiederkunft dauern wird. Aus diesem Verhältnis Gottes zur Zeit entsteht die Pflicht, sie zu heiligen. Das ist zum Beispiel dann gegeben, wenn einzelne Zeiten, Tage oder Wochen Gott geweiht werden, wie es schon in der Religion des Alten Bundes geschah und im Christentum, wenn auch in neuer Weise, noch immer geschieht. In der Liturgie der Osternacht verkündet der Priester, während er die Kerze, Symbol des auferstandenen Christus, segnet: "Christus gestern und heute, Anfang und Ende, Alpha und Omega. Sein ist die Zeit und die Ewigkeit. Sein ist die Macht und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit". Er spricht diese Worte, während er die Zahl des laufenden Jahres in die Kerze einritzt. Die Bedeutung des Ritus ist unverkennbar: Er macht offenkundig, daß Christus der Herr der Zeit ist; er ist ihr Anfang und ihre Erfüllung; jedes Jahr, jeder Tag und jeder Augenblick werden von seiner Menschwerdung und seiner Auferstehung umfangen und befinden sich auf diese Weise in der "Fülle der Zeit". Deshalb lebt auch die Kirche und feiert den Gottesdienst innerhalb des Jahreskreises. So wird das Sonnenjahr durchdrungen vom liturgischen Jahr, das, beginnend am ersten Adventssonntag und endend am Hochfest Christi als König und Herr des Universums und der Geschichte, gewissermaßen das Mysterium der Menschwerdung und der Erlösung als Ganzes wiedergibt. Jeder Sonntag erinnert an den Tag der Auferstehung des Herrn.




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