14. Hervorgehoben werden muß jedoch, was Jesaja mit
den Worten "ein Gnadenjahr des Herrn ausrufen" ausdrückt.
Für die Kirche ist das Jubeljahr genau dieses "Gnadenjahr", ein
Jahr des Erlasses der Sünden und der Strafen für die Sünden, ein
Jahr der Versöhnung zwischen den Gegnern, ein Jahr vielfältiger
Bekehrungen und sakramentaler und außersakramentaler Buße. Die
Tradition der Jubeljahre ist daran gebunden, in weit größerem
Maße als in anderen Jahren Ablässe zu gewähren. Neben den
Jubeljahren, die alle hundert, fünfzig und fünfundzwanzig Jahre an
das Mysterium der Menschwerdung erinnern, gibt es jene, die des Ereignisses der
Erlösung gedenken: des Kreuzes Christi, seines Todes auf Golgota und
seiner Auferstehung. Bei diesen Gelegenheiten ruft die Kirche "ein
Gnadenjahr des Herrn" aus und bemüht sich darum, daß alle
Gläubigen reichlicher in den Genuß dieser Gnade gelangen
können. Darum werden die Jubeljahre nicht nur "in Urbe" (in
Rom), sondern auch "extra Urbem" (außerhalb Roms) gefeiert:
traditionsgemäß erfolgte das im darauffolgenden Jahr nach der Feier
des Jubeljahres "in Urbe".
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