15. Im Leben der einzelnen Personen sind die
Jubiläen gewöhnlich an das Geburtsdatum gebunden, aber auch die
Jahrestage von Taufe, Firmung, Erstkommunion, Priester- oder Bischofsweihe und
des Empfangs des Ehesakramentes werden feierlich begangen. Manche dieser
Jubiläen haben im weltlichen Milieu eine Entsprechung, aber die Christen
schreiben ihnen stets einen religiösen Charakter zu. Denn nach
christlicher Auffassung stellt jedes Jubiläum - das 25-jährige oder
sogenannte "silberne" Priester- oder Ehejubiläum ebenso wie das
50-jährige oder "goldene" oder das 60-jährige oder
"diamantene" - ein besonderes Gnadenjahr für den einzelnen
Menschen dar, der eines der genannten Sakramente empfangen hat. Was wir von den
Jubiläen von Einzelpersonen gesagt haben, läßt sich auch auf
die Gemeinden oder die Institutionen anwenden. So wird also das
hundertjährige oder tausendjährige Gründungsjubiläum einer
Stadt oder einer Ortsgemeinde begangen. Im kirchlichen Raum feiert man die
Jubiläen der Pfarreien oder Diözesen. Allen diesen persönlichen
oder Gemeindejubiläen kommt im Leben der einzelnen und der Gemeinden eine
wichtige und bedeutsame Rolle zu. Vor diesem Hintergrund stellt das Jahr
zweitausend nach Christi Geburt (wobei man von einer zeitlich exakten
Berechnung absieht) nicht nur für die Christen, sondern in Anbetracht der
vorrangigen Rolle, die das Christentum in diesen zwei Jahrtausenden
ausgeübt hat, indirekt für die ganze Menschheit ein
außerordentlich großes Jubiläum dar. Bezeichnenderweise
erfolgt die Berechnung des Ablaufes der Jahre nahezu überall vom Zeitpunkt
des Kommens Christi in die Welt an, das so zum Mittelpunkt auch des heute meist
gebräuchlichen Kalenders wird. Ist nicht vielleicht auch das ein Zeichen
für den unvergleichlichen Beitrag, den die Geburt Jesu von Nazaret zur
Universalgeschichte geleistet hat?
|