23. Der derzeitige
Pontifex spricht bereits in seinem ersten Dokument ausdrücklich von dem
Großen Jubiläum, wenn er dazu auffordert, die Zeit der Erwartung als
"einen neuen Advent" zu leben. 9 Auf dieses Thema ist er dann
noch mehrmals zurückgekommen, wobei er in der Enzyklika Dominum et
vivificantem10 ausführlich darauf einging. In der Tat wird die Vorbereitung auf das Jahr 2000
gleichsam zu einem hermeneutischen Schlüssel dieses Pontifikats. Man will
gewiß nicht einem neuen Chiliasmus frönen, wie es am Ende des ersten
Jahrtausends mitunter geschah; man will jedoch eine besondere Sensibilität
für alles wecken, was der Geist der Kirche und den Kirchen (vgl. Offb
2,7ff.) wie auch den einzelnen Menschen durch die Gnadengaben zum Dienst an der
ganzen Gemeinschaft sagt. Man will das hervorheben, was der Geist den
verschiedenen Gemeinschaften rät, von den kleinsten, wie der Familie, bis
hin zu den großen, wie den Nationen und den internationalen
Organisationen, wobei die Kulturen und Zivilisationen nicht übergangen
werden sollen. Trotz des äußeren Anscheins wartet die Menschheit
weiter auf die Offenbarung der Kinder Gottes und lebt von dieser Hoffnung wie
eine Mutter, die in Geburtswehen liegt - nach dem kraftvollen Bild, das der hl.
Paulus im Brief an die Römer gebraucht (vgl. 8,19-22).
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