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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • ZWEITER TEIL THEOLOGIE DER BERUFUNG »Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist ...« (1 Kor 12,4)
    • Der Sohn ruft zur Nachfolge
      • d) Die Eucharistie: die Übertragung der Sendung
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d) Die Eucharistie: die Übertragung der Sendung

In allen Katechesen der christlichen Urgemeinde ist die zentrale Stellung des Ostergeheimnisses deutlich: Christus zu verkünden als den Gestorbenen und Auferstandenen. Im Geheimnis des gebrochenen Brotes und des für das Leben der Welt vergossenen Blutes sieht die christliche Gemeinschaft den höchsten Ausdruck der Liebe, das hingegebene Leben des Gottessohnes.

Darum ist die Feier der Eucharistie »Gipfel und Quelle«(34) des christlichen Lebens, darum wird in ihr die höchste Offenbarung der Sendung Jesu Christi in der Welt gefeiert; gleichzeitig wird aber auch das Selbstverständnis der kirchlichen Gemeinschaft gefeiert, die zusammengerufen ist, um ausgesandt zu werden, und berufen wird, um die Sendung zu empfangen.

In der Gemeinschaft, die das österliche Geheimnis feiert, hat jeder Christ Anteil und tritt ein in die Eigenart der Gabe Jesu, indem er selbst, wie dieser, zum Brot wird, das als Opfer für den Vater und für das Leben der Welt gebrochen wird.

So wird die Eucharistie zur Quelle jeder christlichen Berufung; in ihr ist jeder Gläubige gerufen, sich dem geopferten und hingeschenkten Christus völlig gleich zu machen. Sie wird zur Ikone jeder Antwort auf eine Berufung; wie bei Jesus, so ist es auch in jedem Leben und in jeder Berufung schwer, die Treue bis hin zum Mab des Kreuzes zu leben.

Wer an der Eucharistie teilnimmt, nimmt die Einladung und den Aufruf Jesu an, seine »Memoria« zu feiern, im Sakrament und im Leben; die Einladung, in der Wahrheit und in der Freiheit der alltäglichen Dinge die »Erinnerung« an das Kreuz zu leben und die eigene Existenz mit Dankbarkeit und Selbstlosigkeit zu erfüllen, den eigenen Leib zu brechen und das eigene Blut zu vergieben, wie der Sohn.

Die Eucharistie weckt schlieblich das Zeugnis, sie bereitet auf die Sendung vor: »Gehet hin in Frieden«. Von der Begegnung mit Christus im Zeichen des Brotes führt sie zur Begegnung mit Christus in der Gestalt eines jeden Menschen. Der Einsatz des Gläubigen erschöpft sich nicht im Eintritt in den Tempel, sondern im Hinausgehen. Die Antwort auf den Anruf fällt zusammen mit der Geschichte der Sendung. Die Treue zur eigenen Berufung schöpft aus den Quellen der Eucharistie und mibt sich an der Eucharistie des Lebens. Der Geist ruft zum Zeugnis

18. Jeder, dessen Geist vom Glauben erleuchtet ist, ist gerufen, Jesus als den Herrn zu erkennen und anzuerkennen und in Ihm sich selbst zu erkennen. Dies jedoch ist nicht allein Frucht eines menschlichen Wunsches oder des guten Willens des Menschen. Auch nachdem sie über längere Zeit die Erfahrung mit dem Herrn gelebt haben, brauchen die Jünger immer noch Gott. Ja, am Vorabend der Passion spüren sie eine gewisse Verwirrung (Joh 14,1), sie fürchten die Einsamkeit; und Jesus ermutigt sie mit einem unerhörten Versprechen: »Ich lasse euch nicht als Waisen zurück« (Joh 14,18). Die Erstberufenen des Evangeliums bleiben nicht allein: Jesus versichert sie des fürsorgenden Geleits durch den Geist.




34) Sacrosanctum Concilium, 10.






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