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c) Heiligkeit, die Berufung aller
So wird heute also die Frage nach dem
Qualitätssprung in der Berufs- pastoral zu einer Frage, die ohne Zweifel
zum Hören auf den Geist verpflichtet: denn er ist der Verkünder der
»künftigen Dinge« (Joh 16,3), er schenkt die neue geistliche
Einsicht zum Verstehen der Geschichte und des Lebens, ausgehend vom Ostern des
Herrn, in dessen Sieg die Zukunft jedes Menschen eingeschlossen ist.
So gibt es Grund zur Frage: wo finden wir
den Ruf des Heiligen Geistes in diesen unseren Tagen? Wo haben wir die Wege der
Berufspastoral zu verbessern?
Antwort auf diese Fragen werden wir nur
erhalten, wenn wir den groben Aufruf zur Umkehr, der an die ganze kirchliche
Gemeinschaft und an jeden einzelnen in ihr ergeht, als einen wahren Weg innerer
Askese und Neugeburt annehmen, damit jeder die Treue zu der ihm eigenen
Berufung erneuere.
Es gibt einen Primat des Lebens im
Heiligen Geist, der jeder Berufspastoral zugrunde liegt und die
Überwindung jenes verbreiteten Pragmatismus und jener sterilen
Äuberlichkeit verlangt, die das auf Gott ausgerichtete Leben des Glaubens,
der Hoffnung und der Liebe in Vergessenheit geraten lassen. Das offene
Hinhören auf den Geist ist der neue Atem in allem berufspastoralen Tun der
kirchlichen Gemeinde.
Der Primat des geistlichen Lebens ist die
Voraussetzung für die Antwort auf jene Sehnsucht nach Heiligkeit,
die, wie wir bereits gesagt haben, auch die Gegenwart der Kirche in Europa
durchzieht. Die Heiligkeit ist die universale Berufung jedes Menschen,(36)
sie ist der Hauptstrom, in den die vielen einzelnen Berufungen einmünden.
Deshalb ist die Heiligkeit der Berufenen der große Treffpunkt mit dem
Geist an dieser Wende der nachkonziliaren Geschichte.
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