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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • ZWEITER TEIL THEOLOGIE DER BERUFUNG »Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist ...« (1 Kor 12,4)
    • Von der Dreifaltigkeit zur Kirche in der Welt
      • a) In der Kirche und der Welt, für die Kirche und die Welt
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a) In der Kirche und der Welt, für die Kirche und die Welt

Jede Berufung entsteht an einem bestimmten Ort, in einem konkreten Umfeld, doch beschränkt sie sich nicht auf sich selbst, noch zielt sie auf die private Vollkommenheit oder die psychologische oder geistige Selbstverwirklichung des Berufenen ab, denn sie erblüht innerhalb der Kirche, in jener Kirche, die durch die Welt unterwegs ist zum vollendeten Reich, zur Verwirklichung einer Geschichte, die groß ist, weil sie Heilsgeschichte ist.

Die kirchliche Gemeinschaft selbst hat eine zutiefst berufungsbezogene Struktur: sie ist gerufen für die Sendung; sie ist Zeichen für Christus, den Gesandten des Vaters. Wie Lumen Gentium sagt: sie ist »in Christus gleichsam das Sakrament, das heibt Zeichen und Werkzeug sowohl für die innigste Vereinigung mit Gott, als auch für die Einheit der ganzen Menschheit«.(40)

Einerseits ist die Kirche Zeichen, das das Geheimnis Gottes widerspiegelt; sie ist Ikone, die auf die dreifaltige Gemeinschaft im Zeichen der sichtbaren Gemeinschaft und auf das Geheimnis Christi in der Dynamik der universalen Sendung verweist. Andererseits ist die Kirche eingebunden in die Zeit der Menschen, sie lebt in der Geschichte in einer Situation des Exodus, sie steht in der Sendung zum Dienst am Reich, um die Menschheit zur Gemeinschaft der Kinder Gottes umzugestalten.

So verlangt der Blick auf die Geschichte von der kirchlichen Gemeinschaft, sich hörbereit zu machen für die Erwartungen der Menschen; jene Zeichen der Zeit zu lesen, die der Schlüssel und die Sprache des Heiligen Geistes sind; in ein fruchtbares, kritisches Gespräch mit der Gegenwart einzutreten und Traditionen und Kulturen mit Wohlwollen aufzunehmen, um in ihnen das Bild des Reiches sichtbar zu machen und den Sauerteig des Evangeliums einzubringen.

So verflicht sich die kleine grobe Geschichte einer jeden Berufung mit der Geschichte der Kirche in der Welt. Wie jede Berufung in der Kirche und in der Welt entstand, so steht sie auch im Dienst der Kirche und der Welt.




40) Lumen Gentium, 1.






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