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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • ZWEITER TEIL THEOLOGIE DER BERUFUNG »Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist ...« (1 Kor 12,4)
    • Von der Dreifaltigkeit zur Kirche in der Welt
      • b) Die Kirche, Gemeinschaft und communio von Berufungen
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b) Die Kirche, Gemeinschaft und communio von Berufungen

In der Kirche, die Gemeinschaft von Gaben für eine einzige Sendung ist, vollzieht sich auch jener Übergang vom Zustand, in dem sich der durch die Taufe in Christus eingebundene Gläubige befindet, zu seiner »besonderen« Berufung als einer Antwort auf die besondere Gabe des Geistes. In dieser Gemeinschaft ist jede Berufung »eine besondere« und findet in einem Lebensplan zu ihrer eigenen Gestalt; es gibt keine allgemeinen Berufungen.

In ihrer Besonderheit ist jede Berufung gleichzeitig »notwendig« und »relativ«. »Notwendig«, weil Christus lebt und sichtbar wird in seinem Leib, der die Kirche ist, und im Jünger, der ihr wesentlicher Teil ist; »relativ«, weil keine Berufung das zeichenhafte Zeugnis des Geheimnisses Christi voll ausschöpfen kann, sondern lediglich einen Teil davon zum Ausdruck bringt. Nur die Gesamtheit der Gaben macht den ganzen Leib des Herrn sichtbar. In einem Gebäude braucht jeder Stein den anderen (1 Petr 2,5); im Leib bedarf jedes Glied des anderen, um den gesamten Organismus wachsen zu lassen, zum Nutzen des Ganzen (1 Kor 12,7).

Dies verlangt, daß das Leben eines jeden von Gott her geplant wird, der sein einziger Ursprung ist und alles zum Wohl des Ganzen einrichtet; dies verlangt, dab das Leben nur dann als sinntragend wiederentdeckt wird, wenn es für die Nachfolge Jesu offen ist.

Doch ist es ebenfalls wichtig, dab es eine kirchliche Gemeinschaft gibt, die tatsächlich jedem Berufenen hilft, die eigene Berufung zu erkennen. Ein Klima des Glaubens, des Gebets, der Gemeinschaft in Liebe, der geistlichen Reife, des Mutes zur Verkündigung, des intensiven sakramentalen Lebens, macht aus der glaubenden Gemeinschaft einen fruchtbaren Boden nicht nur für das Keimen neuer, besonderer Berufungen, sondern für die Schaffung einer berufungsfreundlichen Kultur und einer Bereitschaft in jedem einzelnen, seinen persönlichen Ruf anzunehmen. Wenn ein Jugendlicher den Anruf spürt und in seinem Herzen sich entscheidet, die heilige Reise zu dessen Verwirklichung anzutreten, so ist dort gewöhnlich auch eine Gemeinschaft, die die Voraussetzungen für diese hörende Verfügungsbereitschaft geschaffen hat.(41)

Das bedeutet: die auf die Berufung ausgerichtete Treue einer gläubigen Gemeinschaft ist die erste und grundlegende Voraussetzung für das Aufblühen der Berufung in den einzelnen Gläubigen, vor allem in den Jugendlichen.




41) Vgl. Propositiones, 21.






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