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c) Zeichen, Dienst, Sendung
Als dauerhafte und endgültige
Lebensentscheidung öffnet sich also jede Berufung in einer dreifachen
Dimension: in Beziehung auf Christus ist jede Berufung »Zeichen«; in Beziehung
zur Kirche ist sie »Geheimnis«; in Beziehung zur Welt ist sie »Sendung«
und Zeugnis für das Reich.
Wenn die Kirche »wie ein Sakrament in
Christus« ist, dann offenbart jede Berufung die tiefe Dynamik der dreifaltigen
Gemeinschaft, das Wirken des Vaters, des Sohnes und des Geistes als ein
Ereignis, das zu neugestalteten Kreaturen in Christus macht.
Jede Berufung ist also Zeichen, ist
eine besondere Art, das Antlitz Christi zu zeigen. »Die Liebe Christi
drängt uns« (2 Kor 5,14). Jesus wird so zum Beweger und
entscheidenden Vorbild jeder Antwort auf die Anrufe Gottes.
In Beziehung zur Kirche ist jede Berufung
ein Geheimnis, das in der Freiheit des Geschenks seine Wurzel hat. Ein
Ruf Gottes ist ein Geschenk für die Gemeinschaft, zum allgemeinen Nutzen,
in der Dynamik der vielen Dienste. Dies ist möglich in Fügsamkeit
gegenüber dem Geist, der die Kirche wie eine »Gemeinschaft von Gaben«(42)
sein läbt, und im Herzen des Christen die Agape hervorbringt; dies nicht
nur als eine Ethik der Liebe, sondern auch als eine tiefgehende Struktur der
Person, die gerufen und fähig gemacht ist, in einer Haltung der
Dienstbereitschaft und in der Freiheit des Geistes in Beziehung mit anderen zu
leben.
Jede Berufung ist schlieblich in Beziehung
zur Welt eine Sendung. Sie ist in Fülle gelebtes Leben, da sie
für andere gelebt wird wie das Leben Jesu und deshalb auch Leben stiftet:
»das Leben bringt Leben hervor«.(43) Hier gründet also die
innerste Teilhabe jeder Berufung am Apostolat und an der Sendung der Kirche,
die Keimzelle des Reiches ist. Berufung und Sendung sind zwei Seiten derselben
Medaille. Sie beschreiben die Gabe und den Beitrag eines jeden zum Plan Gottes,
nach dem Bild und Gleichnis Jesu.
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