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Die Katholischen Kirchen des Ostens
21. Eine größere Aufmerksamkeit
seitens der Kirchen Westeuropas mub den geistlichen Ausbildungbemühungen
der Katholischen Kirchen des Ostens geschenkt werden; dies kann nur einen
positiven Einflub auf die Berufspastoral aller Kirchen ausüben.
Besondere Bedeutung kommt der heiligen
Liturgie zu in ihrer Hinordnung auf die Ausbildung der Berufe für die
Kirchen des Ostens. Die Liturgie ist der Ort, wo das Geheimnis des Heils
verkündet und angebetet wird, wo Gemeinschaft wächst und unter den
Gläubigen Brüderlichkeit gebaut wird. Dies alles in solchem Mabe, dab
sie zur wahren Gestalterin des christlichen Lebens wird, bis zur vollkommenen
Übereinstimmung von dessen verschiedenen Bereichen. In der Liturgie
fällt das frohe Bekenntnis der Zugehörigkeit zur Tradition der
Kirchen des Ostens zusammen mit der völligen Einheit mit der Kirche von
Rom.
Man kann nicht Berufe zum Priestertum wecken
und zum monastischen Leben, wenn man nicht zu den Quellen der
Ursprungstraditionen zurückkehrt, in Übereinstimmung mit den heiligen
Vätern und mit deren tiefem Sinn für die Kirche. Dieser weitgespannte
Prozeb braucht seine Zeit, er verlangt Geduld und Respekt vor dem Gefühl
der Gläubigen und fordert auberdem auch Entschlossenheit.
Darum sind die Bischöfe, die
Ordensobern und die Pastoralarbeiter der Katholischen Kirchen Ost-Europas
eingeladen zu erkennen, wie dringlich es für alle ihre Kirchen ist, das
ganze liturgische Erbe, das auf einzigartige Weise zum Entstehen und zur
Entfaltung der Theologie und der Katechese beiträgt, wiederzugewinnen und
unversehrt zu bewahren. Nach dem Beispiel der mystagogischen Methode der
Väter öffnet dies für die Erfahrung der Berufung und des
geistlichen Lebens und läbt eine sichere und starke ökumenischen
Gesinnung heranreifen.(46)
In den verschiedenen kirchlichen
Erfahrungen, sowie durch Studien, die das geschichtliche, theologische,
juridische und geistliche Erbe der eigenen Kirche behandeln, können die
östlichen Jugendlichen leicht erzieherische Umfelder finden, die sich dazu
eignen, den universalen Sinn ihrer Hingabe an Christus und an die Kirche reifen
zu lassen.
Es ist Aufgabe der Bischöfe, durch Aufwertung
des Charismas der Mönchsgemeinschaften, denen es an Ausbildern und
geistlichen Leitern nicht mangelt, jene Jugendlichen, die einzeln oder in
Gruppen bitten, sich dem monastischen Leben weihen zu dürfen, zu
fördern, wohlwollend auf sie zuzugehen und sie mit väterlicher Sorge
zu begleiten.
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