|
a) Der Dienst des Weiheamtes
Innerhalb dieser allgemeinen
Sensibilität mub heute wohl eine besondere Aufmerksamkeit auf den Dienst
des Weiheamtes gerichtet werden, in
welchem sich die erste besondere Form der Verkündigung des Evangeliums
darstellt. Es stellt die »fortdauernde Gewähr der sakramentalen Gegenwart
Christi, des Erlösers, in den verschiedenen Zeiten und Orten dar«,(48)
und es bringt gerade die unmittelbare Abhängigkeit der Kirche von Christus
zum Ausdruck, der fortfährt, seinen Geist auszusenden, damit sie sich
nicht in sich selbst abkapsele, in ihrem Abendmahlsaal, sondern durch die
Straben der Welt ziehe und die Frohbotschaft verkünde.
Diese Ausprägung der Berufung läbt
sich nach den drei Graden beschreiben: bischöflich (womit die
Garantie der apostolischen Sukzession verbunden ist), priesterlich (was
die »sakramentale Darstellung Christi, des Hirten«,(49) beinhaltet),
und diakonal (sakramentales Zeichen des dienenden Christus).(50)
Den Bischöfen ist der Dienst der Berufung jenen gegenüber anvertraut,
die die heiligen Weihen anstreben, um ihre Mitarbeiter im apostolischen Dienst
zu werden.
Das Weiheamt läßt die Kirche vor
allem durch die Feier der Eucharistie »culmen et fons«(51) des
christlichen Lebens und jener Gemeinschaft sein, die zur Feier der Memoria des
Auferstandenen berufen ist. Jede andere Berufung entsteht innerhalb der Kirche
und ist ein Teil ihres Lebens. Darum kommt dem Weiheamt der Dienst der Einheit
in der Gemeinschaft zu, und kraft dieses Dienstes hat es die unverzichtbare
Aufgabe, eine jede Berufung zu fördern.
Das bedeutet in der pastoralen Praxis: das
Weiheamt steht im Dienst an allen Berufungen, und alle Berufungen stehen im
Dienst des Weiheamtes, in der Gegenseitigkeit der communio. Der Bischof also
ist mit seinem Presbyterium gerufen, sämtliche Gaben des Geistes zu
unterscheiden und zu fördern. Die Sorge um das Seminar jedoch muß
ganz besonders ein Anliegen der ganzen diözesanen Kirche werden, um die
Ausbildung von künftigen Priestern und die Bildung eucharistischer
Gemeinden als vollen Ausdruck christlicher Erfahrung sicherzustellen.
|