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b) Die Aufmerksamkeit für alle
Berufungen
Die Suche und die Sorge der christlichen
Gemeinschaft richtet sich auf alle Formen der Berufung, sei es auf jene aus der
Tradition der Kirche, sei es auf die neuen Gaben des Geistes: die Ordensweihe
im monastischen Leben und im apostolischen Leben, die Berufung als Laie, das Charisma
der Säkularinstitute, die Gesellschaften apostolischen Lebens, die
Berufung zur Ehe, die verschiedenen laikalen Formen der Vereinigungen, die sich
Ordensinstituten angeschlossen haben, die missionarischen Berufe, die neuen
Formen des geweihten Lebens.
Diese verschiedenen Gaben des Geistes sind
auf unterschiedliche Weise in den Kirchen Europas präsent; doch alle diese
Kirchen sind auf jeden Fall gerufen, Zeugnis für die Aufnahme und Pflege
einer jeden Berufung zu geben. Eine Kirche ist um so lebendiger, je reicher und
bunter in ihr die verschiedenen Berufungen zum Ausdruck kommen.
In einer Zeit wie der unsrigen, die der
Prophetie bedarf, ist es klug, jene Berufungen zu bevorzugen, die ein
besonderes Zeichen dessen sind, »was wir sein werden, und was uns noch nicht
offenbar gemacht ist« (1 Joh 3,2), wie die Berufung zu einer
besonderen Weihe; doch ist es ebenso klug und unverzichtbar, den
prophetischen Charakter, der für jede christliche Berufung bezeichnend
ist, zu fördern, eingeschlossen die Berufung als Laie, damit die
Kirche vor der Welt immer mehr ein Zeichen der künftigen Dinge sei, jenes
Reiches, das »jetzt schon ist, und doch noch nicht« ist.
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