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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • DRITTER TEIL PASTORAL DER GEISTLICHEN BERUFE »... Jeder hörte sie in seiner Sprache reden« (Apg 2,6)
    • Allgemeine Prinzipien der Berufungspastoral
      • b) Die Berufung der Pastoral heute ist die Berufungspastoral
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b) Die Berufung der Pastoral heute ist die Berufungspastoral

In diesem Sinne kann man gut sagen, dab die gesamte Pastoral »berufungsorientiert« werden mub, oder dab dafür zu sorgen ist, dab jede Äuberung der Pastoral klar und eindeutig einen Plan oder eine Gabe Gottes an einen Menschen zum Ausdruck bringt und in dieser Person den Willen zur Antwort und zum persönlichen Engagement weckt. Entweder führt die christliche Pastoral zu dieser Gegenüberstellung vor Gott mit allem, was dies mit sich bringt an Spannungen, Kämpfen, an gelegentlicher Flucht oder Verweigerung, aber auch an Friede und Freude, die mit der Annahme der Gabe verbunden sind, — oder sie verdient diesen Namen nicht.

Heute zeigt sich dies ganz besonders, so dab man geradezu behaupten kann, dab die Berufspastoral die Berufung der Pastoral ist: sie ist wohl deren erstes Ziel und ist wie eine Herausforderung der Kirchen Europas. Die Berufung ist der Ernstfall der heutigen Pastoral.

Wenn jedoch die Pastoral im allgemeinen »Ruf« ist und Erwartung, dann mub sie heute angesichts dieser Herausforderung mutiger und freimütiger werden, unmittelbarer in die Mitte und ins Herz der einladenden Botschaft vorstoben, direkter auf die Person bezogen sein und weniger auf die Gruppe; sie mub verstärkt ein konkretes Betroffensein auslösen und darf weniger allgemeine Hinweise auf einen abstrakten, lebensfremden Glauben geben.

Womöglich muß sie auch eher provozieren, als trösten; auf jeden Fall sollte sie fähig sein, den dramatischen Sinn des Menschenlebens zu vermitteln, das dazu bestimmt ist, etwas zu vollbringen, was kein anderer statt seiner vollbringen kann.

In der Schriftstelle, die wir zitiert haben, wird diese Wachheit und Spannung evident: in der Wahl des Matthias; in der mutigen Rede des Petrus an die Menge (»er trat auf ... und erhob seine Stimme«); in der Art und Weise, wie die christliche Botschaft verkündet und angenommen wurde (»sie fühlten sich ins Herz getroffen«).

Besonders deutlich wird dies auch durch ihre Fähigkeit, das Leben jener zu verändern, denen sie eigen ist, wie aus den Bekehrungen und aus dem Lebensstil der Gemeinschaft der Apostelgeschichte ersichtlich ist.




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