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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • DRITTER TEIL PASTORAL DER GEISTLICHEN BERUFE »... Jeder hörte sie in seiner Sprache reden« (Apg 2,6)
    • Allgemeine Prinzipien der Berufungspastoral
      • e) Die Berufungspastoral ist universal und permanent
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e) Die Berufungspastoral ist universal und permanent

Es geht um eine doppelte Universalität der Berufspastoral: einmal hinsichtlich der Personen, auf die sie bezogen ist, und einmal hinsichtlich des Lebensalters, in dem sie geschieht.

Vor allem kennt die Berufspastoral keine Grenzen. Wie oben erwähnt wendet sie sich nicht nur an einige bevorzugte Personen oder an solche, die bereits eine Glaubensentscheidung getroffen haben, noch wendet sie sich nur an die, von denen man vernünftigerweise eine positive Antwort erhoffen kann, sondern sie wendet sich an alle, eben weil sie auf den elementaren Werten der Existenz aufbaut. Sie ist keine Pastoral an einer Elite, sondern eine Volkspastoral; sie ist keine Auszeichnung für Verdienste, sondern Gnade und Gabe Gottes an jede Person, da jedes Lebewesen von Gott berufen ist. Auch ist sie nicht etwas, das nur wenige verstehen könnten oder für ihr Leben interessant finden könnten, denn jedes Lebewesen verlangt unweigerlich danach, sich selbst, den Sinn des Lebens und den eigenen Platz in der Geschichte zu kennen.

Es geht zudem nicht um eine Einladung, die nur ein einziges Mal im Leben ergeht (nach Art des »Alles oder Nichts«), oder die nach einer ersten Abweisung durch den Adressaten zurückgezogen wird. Sie mub vielmehr wie eine beständige Aufforderung sein, auf verschiedene Weisen und mit taktvollem Wohlwollen, das angesichts einer anfänglichen Interesselosigkeit, die oft nur vorgetäuscht oder defensiv ist, nicht kapituliert.

Auch ist die Vorstellung zu berichtigen, die Berufspastoral sei ausschließlich Jugendpastoral, denn in jedem Lebensalter ruft der Herr in seine Nachfolge, und erst im Augenblick des Todes kann eine Berufung als vollendet bezeichnet werden. Ja, der Tod ist der Anruf schlechthin, wie es auch einen Anruf im Alter, in den Übergangsphasen des Lebens und in Krisensituationen gibt.

Es gibt eine Jugendlichkeit des Geistes, die in dem Mabe durch die Zeit andauert, in dem der einzelne Mensch sich beständig gerufen fühlt, in jedem Alter einen besonderen Auftrag zu erfüllen, auf eine besondere Art zu sein, zu dienen und zu lieben, ein neues Leben und eine neue Sendung auszufüllen.(72) In diesem Sinne ist die Berufspastoral an die beständige Weiterbildung der Person gebunden und ist selbst beständig. »Das ganze Leben, und jedes Leben, ist eine Antwort«.(73)

In der Apostelgeschichte schauen Petrus und Paulus nicht auf die Person, sie wenden sich an alle, Jung und Alt, Juden und Nichtjuden: alle die Parther, Meder, Elamiter werden ja genannt, um ohne Unterschiede und Vorurteile die grobe Masse zu zeigen, an die sich die Verkündigung und die Pro-Vokation richtet. Und sie bringen es fertig, zu jedem »in seiner Sprache zu reden«, entsprechend seinen Bedürfnissen, Schwierigkeiten, Erwartungen, Verteidigungen, sowie seinem Alter oder seiner Lebensphase.

Es ist dies das Pfingstwunder und deshalb eine auberordentliche Gabe des Geistes. Doch der Geist ist immer mit uns...




72) Vgl. Vita consecrata, 70.



73) Propositiones, 4.






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