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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • DRITTER TEIL PASTORAL DER GEISTLICHEN BERUFE »... Jeder hörte sie in seiner Sprache reden« (Apg 2,6)
    • Allgemeine Prinzipien der Berufungspastoral
      • f) Die Berufungspastoral ist person- und gemeinschaftsbezogen
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f) Die Berufungspastoral ist person- und gemeinschaftsbezogen

Es mag als Widerspruch erscheinen, doch in Wirklichkeit bezeichnet dieses Prinzip die in gewissem Sinne doppelte Natur der Berufspastoral, die — wenn sie echt ist — fähig ist, die Polarität von Individuum und Gemeinschaft zu verbinden. Aus der Sicht des Berufungsanimators ist es heute dringlich, von einer Berufspastoral, die von einem Einzelkämpfer betrieben wird, überzugehen zu einer Pastoral, die sich immer mehr als Gemeinschaftsaktion der gesamten Gemeinschaft in ihren verschiedenen Formen versteht: Gruppen, Bewegungen, Pfarreien, Diözesen, Ordens- und Säkularinstitute...

Die Kirche ist heute zunehmend aufgerufen, ganz berufungsorientiert zu sein: in ihr »mub jeder Evangelisierende sich bewubt sein, ?Wegweiser' zu sein, mub fähig sein, berufsbezogene Erfahrung zu vermitteln, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu einer persönlichen Beziehung zu Christus hinführt und in der sich die besonderen Berufungen offenbaren«.(74)

Auf gleiche Weise ist auch der Adressat der Berufspastoral die ganze Kirche. Wenn die ganze kirchliche Gemeinschaft ruft, dann ist auch die ganze kirchliche Gemeinschaft die Gerufene, ohne jede Ausnahme. Geber und Empfänger fallen gleichsam zusammen, und dies innerhalb der verschiedenen ministerialen Formen der Kirche. Doch das Prinzip ist von Wichtigkeit; es spiegelt jene geheimnisvolle Einheit von Rufendem und Gerufenem, die sich in der Dreifaltigkeit vollzieht.

So verstanden ist die Berufspastoral gemeinschaftsbezogen. In solchem Verständnis ist es schön, dab am Pfingsttag alle Apostel es sind, die sich an die Menge wenden, und dab dann Petrus das Wort ergreift im Namen der Zwölf. Auch wenn es darum geht, Matthias und Stephanus zu wählen, und später auch Barnabas und Saulus, nimmt die ganze Gemeinschaft Anteil an der Wahl durch Gebet, Fasten und die Auflegung der Hände.

Gleichzeitig jedoch ist es der einzelne, der zum Deuter seiner Berufung wird; es ist der Gläubige, der kraft seines Glaubens sich in gewisser Weise der Berufung des anderen annehmen mub.

Die Aufgabe des Einladens zu einer Berufung ist also nicht nur Sache der Priester oder der Gottgeweihten, sondern jedes Gläubigen, der Eltern, der Katecheten, der Erzieher.

Wenn es wahr ist, daß sich der Anruf an alle richtet, so ist es ebenso wahr, dab derselbe Anruf personalisiert wird, indem er sich an eine bestimmte Person wendet, an deren Gewissen, in einer tiefen, persönlichen Beziehung.

Es gibt in der Dynamik der Berufung einen Augenblick, in dem der Anruf von Mensch zu Mensch ergeht und wo er jenes ganz besonderen Klimas bedarf, das nur eine persönliche Beziehung gewährleisten kann. Es ist also zutreffend, dab Petrus und Stephanus zur Menge reden; Saul jedoch bedarf des Ananias, um erkennen zu können, was Gott von ihm will (Apg 9,13-17), wie später übrigens auch der Eunuche Philippus (Apg 8,26-39).




74) Propositiones, 13.






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