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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • DRITTER TEIL PASTORAL DER GEISTLICHEN BERUFE »... Jeder hörte sie in seiner Sprache reden« (Apg 2,6)
    • Allgemeine Prinzipien der Berufungspastoral
      • g) Die Berufungspastoral ist die ganzheitlich-synthetische Perspektive der Pastoral
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g) Die Berufungspastoral ist die ganzheitlich-synthetische Perspektive der Pastoral

Ausgangs- und Zielpunkt entsprechen sich Die Berufspastoral als solche versteht sich als die verbindende Perspektive der Pastoral insgesamt, als das natürliche Ziel jeder Mühe, als Zielpunkt der verschiedenen Bereiche, gleichsam als Testfall der echten Pastoral.

Wir wiederholen: wenn die Pastoral es nicht fertigbringt, »das Herz zu durchdringen« und den Hörer mit der entscheidenden Frage zu konfrontieren (»was mub ich tun?«), dann ist sie keine christliche Pastoral, sondern eine harmlose Arbeitshypothese.

Folglich steht die Pastoral notwendigerweise in Beziehung zu allen anderen Dimensionen, wie z.B. zur Pastoral der Familie, der Kultur, der Liturgie und der Sakramente, der Katechese und des Glaubensweges im Katechumenat, der verschiedenen Gruppen christlicher Animation und Bildung (nicht nur mit Jugendlichen, sondern auch mit Eltern, Verlobten, Kranken und Alten...) und der Bewegungen (von der Bewegung für das Leben bis zu den unterschiedlichen Initiativen der sozialen Solidarität).(75)

Vor allem ist die Berufungspastoral die verbindende Perspektive der Jugendpastoral.

Es darf nicht vergessen werden, dab es im Entwicklungsalter um den Lebensentwurf geht. Eine echte Jugendpastoral kann die Frage der Berufung nicht ausklammern, vielmehr mub sie diese aufgreifen, denn Jesus Christus anbieten bedeutet, ein bestimmtes Lebensziel anzubieten.

Hier beginnt ein fruchtbares pastorales Zusammenwirken bei klarer Unterscheidung der beiden Bereiche: sei es weil die Jugendpastoral neben der Berufsfrage noch andere Fragen beinhaltet; sei es weil die Berufungspastoral sich nicht nur an die Jugend wendet, sondern einen weiteren Horizont hat, mit ganz besonderen Fragestellungen.

Denken wir dann noch daran, wie wichtig eine familienbezogene Berufspastoral sein könnte, die schrittweise die Eltern dazu erzieht, die ersten Animatoren-Erzieher auf Berufung hin zu sein; oder wie wertvoll eine Berufspastoral unter den Kranken sein könnte, die diese nicht nur einlädt, ihre Leiden für die Priesterberufe aufzuopfern, sondern die ihnen hilft, das Ereignis ihrer Krankheit mit dem ganzen Gehalt an Geheimnis, das sie in sich birgt, als eine persönliche Berufung zu leben, die in der Kirche zu leben ihre Pflicht ist, wobei sie auch einen Anspruch darauf haben, dab ihnen dabei von der Kirche geholfen wird.

Diese Bindung erleichtert die pastorale Dynamik, da sie tatsächlich ihrem Wesen entspricht: Die Berufungen wie auch die Charismen suchen sich gegenseitig, erleuchten sich gegenseitig, sie ergänzen einander. Sie werden dagegen unverständlich, wenn sie isoliert werden; auberdem betreibt derjenige keine kirchliche Pastoral, der sich nur auf seinen Fachbereich beschränkt.

Freilich gilt dies in einem doppelten Sinn: es ist die allgemeine Pastoral, die in einen Berufungsimpuls einmünden mub, um die Entscheidung für einen Beruf zu fördern; aber es ist die Berufungspastoral, die ihrerseits offen sein muß für die anderen Dimensionen, indem sie sich einordnet und Öffnungen in jene Richtung sucht.

Sie ist der Zielpunkt, der die verschiedenen pastoralen Herausforderungen zusammenfabt und es ermöglicht, in der existentiellen Geschichte des einzelnen Glaubenden fruchtbar zu werden. Im ganzen gesehen verlangt die Berufspastoral Aufmerksamkeit, doch dafür bietet sie eine Möglichkeit, pastorale Initiativen in jedem Bereich echt und überzeugend sein zu lassen. Die Berufung ist der Pulschlag jeder ganzheitlichen Pastoral!(76)




75) Vgl. Propositiones, 10.



76) Vgl. Propositiones, 10.






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