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Wege der Berufungspastoral
27. Das biblische Bild, an dem wir unsere
Überlegungen festgemacht haben, erlaubt uns einen Schritt nach vorne, der
von den theoretischen Prinzipien zur Ortung einiger Wege der Berufspastoral
führt.
Dies sind gemeinschaftliche Glaubenswege,
die bestimmten Vollzügen der Kirche und klassischen Dimensionen des
Glaubenslebens entsprechen. Auf diesen Wegen reift der Glaube und wird immer
offenkundiger, und auch die Berufung des einzelnen bestätigt sich
zunehmend, im Dienst an der kirchlichen Gemeinschaft.
Die Überlegungen und Traditionen der
Kirche zeigen, daß die Berufsentscheidung für gewöhnlich mit
konkreten gemeinschaftlichen Wegen verbunden ist: Die Liturgie und das Gebet,
die kirchliche Gemeinschaft, der Dienst der Caritas, die Erfahrung der Liebe
Gottes, die im Zeugnis geschenkt und angeboten wird. Dank ihrer wurde in der
von der Apostelgeschichte beschriebenen Gemeinschaft »die Zahl der Jünger
in Jerusalem immer gröber« (Apg 6,7).
Die Pastoral müßte auch diese
Richtung einschlagen, um den Berufsweg der Gläubigen zu fördern und
zu begleiten. Eine persönliche und gemeinschaftliche, systematische und
anspruchsvolle Erfahrung in dieser Richtung könnte und mübte dem
einzelnen Gläubigen helfen, seine Berufung zu finden.
Dies würde die Pastoral wirklich zur
Berufspastoral machen.
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