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Päpstliches Werk für geistliche Berufe
Neue Berufungen für neues Europa

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  • DRITTER TEIL PASTORAL DER GEISTLICHEN BERUFE »... Jeder hörte sie in seiner Sprache reden« (Apg 2,6)
    • Von den Berufungswegen zu den christlichen Gemeinschaften
      • e) Die Organismen der Berufungspastoral
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e) Die Organismen der Berufungspastoral

Damit die Berufspastoral sich als einheitliche und synthetische Perspektive der allgemeinen Pastoral darstellen kann, mub sie zunächst in ihrem eigenen Bereich die Gesamtheit und Verbindung der Charismen und der Dienste zum Ausdruck bringen.

Schon lange spürt man in der Kirche die Notwendigkeit dieser Zuordnung,(90) die, Gott sei Dank, bereits beachtliche Früchte gebracht hat: Organismen auf Pfarrei-Ebene sowie Diözesane und Nationale Informationszentren für geistliche Berufe arbeiten bereits seit Jahren mit grobem Erfolg.

Doch nicht überall ist es so. Der gegenwärtige Kongreß bedauert in einigen Fällen das Fehlen oder die geringe Effizienz dieser Strukturen in einigen europäischen Nationen(91) und wünscht, dab solche ordentlich errichtet und angemessen ausgestattet werden.

Mehrfach ist noch festzustellen, dab die Diözesanzentren nicht überall von demselben Willen beseelt sind, für die Berufungen aller zu arbeiten und zusammenzuarbeiten, obwohl die nationalen Zentren einen beachtlichen Beitrag konstruktiver Anreize für eine ganzheitliche Berufspastoral bieten. Es besteht ein gewisses allgemeines Projekt ganzheitlicher Pastoral, das sich noch schwer tut, Praxis der Ortskirche zu werden, und es scheint sich gewissermaben zu verfangen, wenn man von den allgemeinen Vorschlägen zur detaillierten Umsetzung in die Wirklichkeit der Diözese oder Pfarrei übergehen will. Hier sind tatsächlich partikularistische und weniger kirchliche Ansichten und Haltungen noch nicht ganz überwunden.(92)

Was die Diözesan- und National-Zentren betrifft, wollen wir nicht wiederholen, was schon früher in verschiedenen Dokumenten sehr gut über deren Funktion gesagt wurde. Dennoch sei daran erinnert, dab es nicht nur um eine einfache Frage der praktischen Organisation geht, sondern um eine Übereinstimmung mit einem neuen Geist, der die Berufungspastoral in der Kirche und besonders in den Kirchen Europas durchdringen mub. Die Krise der Berufe ist auch eine Krise der Gemeinschaft in der Förderung und im Hervorbringen von Berufen. Dort können keine Berufe entstehen, wo nicht auch eine echt kirchliche Gesinnung vorgelebt wird.

Neben der Empfehlung zu einer Wiederaufnahme der Bemühungen in diesem Bereich und zu einer engeren Verbindung von National- und Diözesanzentren und den Organismen in den Pfarreien wünschen der Kongreß und das vorliegende Dokument, dab solche Organismen sich zwei Anliegen mehr zu Herzen nehmen: die Förderung einer echten Kultur der Berufung in der bürgerlichen Gesellschaft, wie sie oben erwähnt wurde, und die Ausbildung von Erziehern im Bereich der Berufe, was ein echtes, ursprüngliches, zentrales und entscheidendes Element der derzeitigen Berufungspastoral darstellt.(93)

Der Kongreß bittet zudem, man möge für Europa die Schaffung eines gemeinsamen, übernationalen Zentrums der Berufungspastoral ernsthaft in Erwägung ziehen, als ein konkretes Zeichen der Gemeinschaft, der Anteilnahme, der Koordinierung und des Austauschs von Erfahrungen und Personen unter den einzelnen nationalen Kirchen,(94) unter Wahrung ihrer jeweiligen Besonderheiten.




90) Vgl. Optatam totius, 2; DC, 57-59; vgl. auch Sviluppi della pastorale, 89-91.



91) Vgl. Propositiones, 10.



92) »Manchmal — so wurde auf dem Kongreb festgestelltzeigt sich eine gewisse Schwerfälligkeit im Verhältnis von Ortskirche zu Ordensleben. Es ist wichtig, von einem funktionalen Verständnis des Ordenslebens wegzukommen, auch wenn im Anschlub an die Synode über das geweihte Leben bereits Zeichen einer Neuorientierung festzustellen sind. Dasselbe gilt für die Säkularinstitute« (Propositiones, 16).



93) »In einer religiösen und kulturellen Situation, die sich rasch verändert, wird es unumgänglich, die Grunderzieher auszubilden: Katecheten, Pfarrer, Diakone, Ordensleute, Bischöfe ... und für deren beständige Weiterbildung zu sorgen« (Propositiones, 17).



94) Vgl Propositiones, 29, wo bezüglich dieses europäischen Kongresses über die Berufungen der Wunsch ausgesprochen wird, man möge als Geste der Liebe und des Teilens der Gaben, »auch eine ?Bank' qualifizierter Personen vorsehen, die in der Ausbildung der Ausbilder mitarbeiten«. Bezüglich der Errichtung dieses Organismus findet sich eine Anregung auch im Instrumentum laboris, 83 und 90 h. Eine positive Erfahrung macht man seit Jahren in Lateinamerika. In Bogotà (Kolumbien), am Sitz der lateinamerikanischen Bischofskonferenz (CELAM), arbeitet regulär das »Departimento de Vocaciones y Ministerios« (DEVYM). Dieser Organismus war auch Anlaufstelle für die Vorbereitung und Durchführung des Ersten Kontinentalkongresses, der für Lateinamerika in Itaicí (São Paulo do Brasil) vom 23.-27. Mai 1994 stattfand.






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