|
Die Pädagogik der Berufung
32. In diesem Evangelium suchen wir eine
entsprechende Pädagogik, die im Grunde die von Jesus sein wird, die echte Pädagogik
der Berufung. Es ist die Pädagogik, die jeder Berufsanimator oder
jeder Evangelisator anwenden mübte, um den Jugendlichen zur Erkenntnis des
Herrn der ihn ruft, und zu einer Antwort darauf zu führen.
Wenn das Geheimnis Christi, des
menschgewordenen Gottessohnes, der Bezugspunkt der Berufungspädagogik ist,
dann finden sich in seinem »berufungsorientierten« Tun viele wichtige
Gesichtspunkte und Dimensionen.
Vor allem wird uns in den Evangelien Jesus
eher als Ausbilder dargestellt, denn als Animator, eben weil er immer in
engster Verbundenheit mit dem Vater, der den Samen des Wortes Gottes
ausstreut und »e-ducat«(= aus dem Nichts herausführt), und mit
dem Geist wirkt, der auf dem Weg der Heiligung begleitet.
Solche Gesichtspunkte öffnen wichtige
Perspektiven für den, der in der Pastoral der Berufe arbeitet und darum
selbst gerufen ist, nicht nur Animator eines Berufes zu sein, sondern zuerst
noch Sämann des guten Samens der Berufung, und dann erst Begleiter
zu sein auf dem Weg, der das Herz »brennen« macht, Erzieher zum
Glauben und zum Hören auf den rufenden Gott, Ausbilder eines
menschlichen und christlichen Verhaltens, das Antwort ist auf den Anruf
Gottes;(96) und er ist schlieblich gerufen, das Vorhandensein jener
Gabe, die von oben kommt, zu beurteilen.
Es sind die fünf zentralen Merkmale der
Arbeit für die Berufe oder die fünf Dimensionen im Geheimnis
des Rufes, der von Gott ausgeht und den Menschen durch die Vermittlung
eines Bruders oder einer Schwester oder einer Gemeinschaft erreicht.
|